Nun ist er also da, der Film zum Kulttrailer. Man hatte ja mit gewisser Spannung erwartet, ob er kommt und wie er dann aussieht. Und der erste Eindruck im Kino war dann auch gut, und mein erster Gedanke war: 'Den stellt man sich ins Regal'.
Dann habe ich eine Nacht drüber geschlafen. Und jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher, ob er wirklich zu (viel) mehr taugt als zu einem (wirklich lustigen) Kinoabend.
Eigentlich stimmt ja (vordergründig) alles: Story, Darsteller, Sprüche, Krawall non-stop...also was fehlt?
Der Reihe nach:
Die Story - ist eigentlich ok, aber vom Drehbuch handwerklich (mal wieder wie so oft!) derartig lieblos umgesetzt, daß es einfach Minuspunkte bei mir gibt. Ein bißchen mehr darf es schon sein, was Figurenzeichnung und einigermaßen logische Handlungsabläufe gibt. Ich bin ja ein Fan von All-style-no-nonsense-Streifen, aber dann muß sich die Regie entscheiden: Satire oder nicht? Archetypen oder echte Figuren?
Rodriguez schwankt hier wie ein Blatt im Wind, mal so, mal so, mal macht er puren Grindhouse-Trash, mal will er ernsthaft sein (was im Hinblick auf die Problematik mexikanischer Migranten ja auch völlig in Ordnung ist), aber er vermischt es und das funktioniert nicht. Mal geht es um die (fiktive) Jagd auf teuflische Drogengangster, Rassisten und korrupte Politiker, dann wieder um reale und ernsthafte gesellschaftliche Probleme - was denn nun?
Die Aktion - ist prima bis zum albernen Finale. Erst geht es knüppelhart zur Sache, dann sieht es aus wie bei Spencer und Hill. Was denn nun? Wieder das Problem, sich nicht zu entscheiden zwischen Satire bzw. Klamauk oder Ernsthaftigkeit. Klar bleibt einem die Luft weg, wenn Michelle aus dem Auto steigt - WOW! Aber es fehlt dann einfach die Konsequenz, mal wird geballert, dann wieder geprügelt, mal wird gestorben, dann gibt es wieder nur Kopfnüsse - so ist das einfach unausgegoren.
Die Darsteller - wirken größtenteils wie Fremdkörper. Insbesondere Robert DeNiro (der einfach so gar nicht passt, sorry) und Don Johnson (den man kaum erkennt und der leider nichts von seinen bekannten Attitüden einfliessen lässt und daher verschenkt ist) funktionieren so gar nicht.
Jessica Alba und Lindsay Lohan bleiben leider blass, dafür macht der Rest der Bande einen guten Job, so daß hier eigentlich noch der Spaßfaktor am ehesten erhalten bleibt.
Unter dem Strich bleibt für mich die Erkenntnis, daß Rodriguez einfach seine Grenzen erreicht hat. Das ist ok, man weiß, was man bekommt, aber mehr wird wohl nicht kommen. Von daher bin ich nicht mehr so traurig, daß er Red Sonja wohl nicht machen wird, denn daran würde er grandios scheitern. Und das fände ich als Sonja-Fan sehr schade...