Danny Trejo spielt einen ehemaligen mexikanischen Cop, der seine Familie verloren hat und nun ohne Aufenthaltsgenehmigung in den USA lebt. Er wird beauftragt, einen rassistischen Senator, gespielt von Robert de Niro, zu erschießen, wird jedoch gelinkt, überlebt dann aber das Attentat auf ihn selbst. Er macht sich auf die Suche nach seinen Auftraggebern und hinterlässt eine blutige Spur, während er von einem Killerkommando verfolgt wird.
Robert Rodriguez hat bekanntlich schon immer Spaß an Trash gehabt, mit Einfallsreichtum immer wieder aus scheinbar schlechten Filmen gute und unterhaltsame gemacht, etwa bei "From Dusk till Dawn" oder bei "Planet Terror". So gesehen hätte man schon vor zwei Jahren, als der Fake Trailer zu "Machete" die beiden "Grindhouse"-Filme von ihm und seinem Freund Quentin Tarantino einleitete, durchaus absehen können, dass Rodriguez ein entsprechender Film reizen würde. Und auch diesmal ist ihm ein unterhaltsames Trashfilmchen gelungen, das nicht den Einfallsreichtum und die inszenatorische Konsequenz eines "Planet Terror" hat, aber dennoch durchaus zu überzeugen weiß.
Die Story ist dabei durchaus Trashfilm-tauglich, was besonders auf die amüsanten Nebenfiguren zurückzuführen ist, etwa auf den rassistischen Senator, der gleichzeitig eine sehr amerikanische Ansicht zur Einwandererproblematik karikiert oder den nicht allzu heiligen Pastor, der schließlich für seinen Bruder selbst zur Waffe greift. Die Story ist als Vehikel durchaus brauchbar, hat die eine oder andere überraschende Wendung und reicht aus, um die Laufzeit auszufüllen, dass sie aber nicht grimmepreis-verdächtig komplex und vielschichtig werden würde, war ja sowieso zu erwarten.
Rodriguez spielt dabei sehr geschickt mit den Stereotypen des Genres, baut immer wieder überzogen brutale Action-Sequenzen ein, die in ihrer cartoonesken Übertriebenheit ausgesprochen amüsant daherkommen. Immer wieder sind lustige Details eingebaut und dass sich die Darstellerinnen, eine natürlich besser aussehend als die andere, allesamt einmal nebenbei entkleiden, darf man von einem Trashfilm, der etwas auf sich hält, sowieso im Grunde erwarten. Dazu gibt es massenhaft Blut, Pyrotechnik und ein paar weitere Action-Szenen zu sehen, die ebenfalls überzeugen. Zu einem wirklich hervorragenden Film fehlt "Machete" letztlich aber auch so einiges. Die Gags und Actioneinlagen reichen nicht ganz aus, um die komplette Zeit zu überbrücken, sodass Längen entstehen, die "Plant Terror" beispielsweise nicht hatte. Außerdem fehlen die ganz großen Ideen, die Rodriguez beim einzigartigen Comicstil in "Sin City" oder der Trashinszenierung in "Planet Terror" noch hatte.
Letztlich ist es auch der Cast, der "Machete" bereichert. Danny Trejo spielt die Rolle des eiskalten Rächers gelungen und ist mit seinem groben Äußeren die perfekte Besetzung für die Rolle. Neben einer ordentlich aufspielenden, grundsympathischen Jessica Alba und einem gewohnt hölzernen, aber geschickt eingebrachten Steven Seagal, sind dabei ein charismatischer Don Johnson, eine gut aufspielende Michelle Rodriguez, eine freizügige Lindsay Lohan und ein spielfreudiger Robert de Niro zu sehen, wobei die bunte Mischung bei den Darstellern den Film durchweg belebt und ebenfalls für Lacher sorgt.
Fazit:
"Machete" ist kein Meisterwerk, kein Kultfilm und hat so seine Längen, überzeugt aber mit skurrilen Einfällen, deftiger Action sowie seinem bunt gemischten und spielfreudigen Darsteller-Ensemble.
70%