Seit Mitte der 80er Jahre ist Danny Trejo nun schon im Filmgeschäft, er verkörperte bisher schon weit über hundert Rollen, um in "Machete" seine Premiere als Hauptdarsteller zu feiern mit ganzen 66 Lenzen auf dem Buckel. Genauso ein Phänomen ist Regisseur und Drehbuchautor Robert Rodriguez, der trotz horenter Erfolge wie "From Dusk till Dawn" oder "Desperado" immer noch Kinofilme mit den geringsten Mitteln drehen kann. Allein schon wegen dem Aufgebot an prominenten Mimen klingen 20 Millionen Dollar Produktionskosten gerade zu unglaublich.
Dabei begann alles mit einem Fake-Trailer, der vor Rodriguez Grindhouse Film "Planet Terror" zu sehen ist. Der wurde hier zu einem Spielfilm verarbeitet und das Resultat kann sich sehen lassen. Zwar griff man bei diversen Brutalitäten auf CGI zurück, doch ansonsten ist "Machete" ein altmodischer Film mit ganz viel Flair. Die Story gewinnt dabei erwartungsgemäß keinen Blumentopf, ist aber besonders dank der patriotischen Kampagne von Senator John McLaughlin (Robert De Niro) herrlich überzogen. Den soll der ehemalige Bundesagent Machete Cortez (Danny Trejo) töten, der dubiose Anzugträger Michael Booth (Jeff Fahey) gab den Mord im Auftrag. Doch in Wirklichkeit steckt der Drogenbaron Rogelio Torrez (Steven Seagal) dahinter, der einst Machetes Frau ermordete und ihn selbst lebensgefährlich verwundete. Mit Hilfe der Rebellin Luz (Michelle Rodriguez) und der Bundesagentin Sartana (Jessica Alba) will er Torrez und seine Organisation entgültig vernichten.
"Machete" spielt in einem kleinen Wüstenkaff nahe der mexikanischen Grenze, im Fokus stehen auch die illegalen Einwanderer, die sich zu einem sogenannten "Netzwerk" zusammen geschlossen haben. Der patriotische McLaughlin ahnt seinerseits auch nicht, dass er nur ein Spielball für das Vorhaben von Torrez ist. Der will eine Grenzmauer errichten, um so allein den Drogenfluss kontrollieren zu können.
Dabei muss Rodriguez haufenweise Charaktere unterbringen, doch wo andere gnadenlos scheitern, funktioniert es bei ihm bestens. Die Zeit reicht natürlich nicht aus, um bei einer Figur richtig in die Tiefe zu gehen, aber neben "Machete" gibt es noch mehrere Figuren, die sich als sympathisch erweisen. Was allerdings ein wenig fehlt, ist dieser garstige Humor samt skurriler Einfälle, der einen Rodriguez-Film auszeichnet. Dennoch trägt dieses Werk eindeutig seine Handschrift, besonders wenn es ans Eingemachte geht.
Eine nonstop Actionorgie darf man aber nicht erwarten, obwohl "Machete" im Auftakt schon ordentlich loslegt. Rodriguez hat die restlichen Szenen auch gut im Film verteilt, besonders die Vielfalt der Waffen ist wieder verblüffend. Die titelgebende Machete spielt auch eine große Rolle, damit werden nämlich dutzende von Körperteilen abgehackt und das Blut suppt in ganzen Litern durch die Gegend. Ernst nimmt sich dieses Gemetzel aber zu keiner Zeit und allein schon deswegen ist Spass pur garantiert.
Die oft simplen Dialoge peppt Rodriguez mit brachialem Wortwitz auf. Man mag es auch als eine Aneinandereihung diverser Klischees und Brutalitäten sehen, doch der Filmfan sieht darin viel eher eine coole Hommage, die es in den übertriebenen Actionszenen richtig krachen lässt. Besonders im Showdown fährt Rodriguez alles auf, was er hat, ein wenig enttäuschend ist lediglich der relativ unspektakuläre und kurze Endkampf zwischen Machete und Torrez.
Auch die Anhäufung der Prominenz ist nicht zu verachten, denn neben Robert De Niro, Jessica Alba, Michelle Rodriguez und Lindsay Lohan spielen noch Steven Seagal, Jeff Fahey, Cheech Marin, Don Johnson und Tom Savini mit. Den Preis des Edelmimen will hier keine gewinnen, aber es ist ersichtlich wieviel Spass die Darsteller bei der Verkörperung ihrer Rollen hatten. Dies verleiht "Machete" diesen zusätzlichen Charme, der diverse Schwachstellen einfach übertüncht.
In heutigen Zeiten ist solch ein Beitrag Gold wert, obwohl hier besonders Klischees und garstige Brutalitäten zelebriert werden. Aber das Ganze ist mit einem dicken Augenzwinkern erzählt und obendrein dermaßen cool und lässig erzählt, dass man kleine Durststrecken gar nicht merkt. Rodriguez drückt dem Film seinen Stempel auf, obwohl er schon ideenreicher zu Werke ging. Bei den CGI-Effekten hätte man sich mehr Mühe geben können, doch das sind eher Kleinigkeiten am Rande, die den Filmgenuss nicht schmälern. Ein absoluter Leckerbissen der anspruchslosen Unterhaltung und hübsch old schoolig.