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Nach dem überragenden Erfolg von Iron-Man war eine Fortsetzung nur folgerichtig. John Favreau macht es sich auf dem Regiestuhl bequem und läßt Robert Downey Jr. einfach von der Leine, dazu nimmt er mit Sam Rockwell und Mickey Rourke zwei Hochkaräter als Schurken ins Team und mit Scarlett Johansson wird ein angeblich mysteriöser neuer Charakter namens Black Widow eingeführt.

Im Prinzip könnte man meinen, dass man grundsätzlich auf Autopilot schalten und die Sache ihren Gang gehen lassen könnte, aber irgendwie bekommt Favreau weder die Geschichte, noch die Charaktere irgendwie richtig in den Griff, geschweige denn seine Schauspieler. So artet alles schließlich in einen extrem ermüdenden Materialverschleiss, welches als Höhepunkt dienen soll, aus, wo man sich eigentlich nur an den Kopf fasst und innerlich das Ende herbei sehnt.

Mickey Rourke ist auch sichtlich verärgert über seine Rolle, die ihm wahrscheinlich anders schmackhaft gemacht wurde, und macht sich einen Spass daraus, den Film Guerillamäßig zu unterwandern mit einer gehörigen Farceperformance, die jedoch trotzdem Spass macht.

Es wirkt fast so, als hätte Favreau auch irgendwann gegen die jugendfreien Auflagen von Marvel resigniert, da er zwar immer wieder Tony Starks Alkoholprobleme andeutet, aber außer einem Toilettenwitz das nicht weiter vertiefen darf.

Und letztlich ist höchstens noch erwähnenswert, dass Don Cheadle ab diesem Film die Rolle des James Rhodes übernimmt, da sich sein Vorgänger Terrence Howard wohl gehörig gagentechnisch verzockt hat, was ich persönlich sehr schade finde, denn obwohl Cheadle ganz klar der bessere Schauspieler ist, passt Howard eigentlich deutlich besser in die Rolle. Nun ja, aber das ist das i-tüpfelchen auf einem ansonsten wirklich miesen Film.

Ich kann mir beim besten Willen den enormen Erfolg der Reihe nicht erklären - und das schreibe ich als erklärter Marvel-Comic-Fan!

4 Punkte

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