Seit Mary Shelleys Frankenstein steht dieser Name grundlegend für einen irren Wissenschaftler, der mit Menschen experimentiert, um sich willenlose Geschöpfe Untertan zu machen. Folgerichtig bietet dieser 70er Trash aus England nichts anderes. Mal ein bisschen schnarchig, mal humorvoll, nur leider selten überraschend.
Idyllisch liegt es da, das Schloss des irren Wissenschaftlers, doch der äußere Schein trügt.
Innerhalb der alten Gemäuer experimentiert Dr. Storm (Michael Gough) mit jungen Menschen und entfernt operativ ihr Unterbewusstsein. Dieses Schicksal soll auch dem Hippie Jason widerfahren, der eigentlich eine Erholung auf einer „Bumsfarm“ angestrebt hatte. An seiner Seite befindet sich die hübsche Judy, die Nichte einer auf dem Schloss ansässigen Helferin, die er zufällig im Zug trifft. Gemeinsam versuchen sie der Hölle zu entkommen.
Man bekommt die Siebziger vom ersten Augenblick an voll reingedrückt, da die deutsche Synchro deutlich an eine „Lass jucken Kumpel“ – Ausgabe erinnert und für heutige Verhältnisse ein eher ungewöhnliches Vokabular verwendet. Besser aber noch unser Held, der als tölpelhafter, notgeiler Schmierhippie durch die Gegend latscht. Unter dessen Haupthaar lässt sich gewiss noch die Wollmütze vom vorletzten Winter entdecken.
Auf inhaltlicher Ebene bewegt sich allerdings recht wenig. Das Paar kommt im Schloss an, beim Abendessen an langer Tafel sitzt eine Truppe kalkbleicher Typen, die allesamt starr geradeaus blicken und eine Narbe auf der Stirn haben. Als den beiden die Situation merkwürdig vorkommt, werden sie eben eingesperrt. Es folgen diverse Fluchtversuche, die von den Schergen des Arztes – Typen in kompletter Motorradkluft – unterbunden werden. Ein Liliputaner mit zweifelhaftem Charakter mischt auch mit und später trudelt noch ein weiterer Hippie ein, der seine Freundin sucht. So will man sich schließlich zu dritt gegen das Chaos behaupten.
Für eine schwarze Komödie birgt das Geschehen allerdings zu wenige Gags, lediglich der Held findet während eines Großbrandes noch Zeit um Kuchen zu mampfen, haut ansonsten aber nur hohle Phrasen raus. Spannend gestaltet sich das ebenfalls kaum, direkte Konfrontationen beschränken sich auf kleine Kloppereien zwischen Helden und Motorradleuten. Eine ganz nette Idee bildet noch ein Auto mit ausfahrbarer Klinge, die zum Köpfen von Flüchtigen eingesetzt wird. Es ist allerdings fraglich, ob diese auch höhenverstellbar ist, da sämtlichen Opfern der Kopf recht sauber abgetrennt wird. Sehen kann man von diesen Vorgängen ohnehin recht wenig, man sieht nur, wie ein rundes Etwas in einem Korb landet (wo auch immer der herkommt) und anschließend die kopflosen Körper auf dem Boden liegen.
Ergo ist der Streifen in Sachen Gewaltdarstellung ziemlich zurückhaltend, neben den Enthauptungen gibt es eine Axt im Motorradhelm und ein Erwürgen.
Obgleich die Story recht einfältig daherkommt, ist immerhin genügend Bewegung im Spiel, was zum Finale hin noch einmal gesteigert werden kann. Nur manchmal nehmen ein paar überlange Szenen das Tempo raus, wie ein Zwerg, der in aller Seelenruhe ein paar Drinks vorbereitet.
Ansonsten bietet der Film Stoff für absurde Momente, die ihn letztlich auch sympathisch erscheinen lassen. Allein die Szene, in der die Helferin ein Pult mit Knöpfen bedient, woraufhin die willenlosen Geschöpfe disziplinierte Turnübungen gekonnt ausüben, lässt Trashfreunde applaudieren. Dazu Michael Gough, der über seine göttliche Bestimmung sinniert, ein Flashback mit kuriosem Werdegang und ein quaddeliges Monster.
Die Zutaten stimmen, sie benötigen nur ein wenig Warmlaufzeit. Alsdann werden Trashfreunde und Liebhaber leicht angestaubter Horrorfilme ihren Spaß finden können.
6 von 10