Dr. Frankenstein betreibt in einem Kurschloss verbotene Experimente an Menschen, doch als zwei junge Leute den Ort aus unterschiedlichen Gründen aufsuchen, ist es vorbei mit dem ungestörten Geforsche, denn die beiden sind damit nicht einverstanden, vor allem nicht, weil sie selbst als Versuchskaninchen herhalten sollen.
Wie schon in vielen Beiträgen der Godzilla-Reihe scheuten sich die deutschen Filmtitler nicht, dem Streifen den Frankensteinstempel aufzudrücken, wobei dies im Gegensatz zu den Filmen mit der Riesenechse nicht ganz so unpassend ist, denn in "Frankensteins Horrorklinik" experimentiert ein Forscher am menschlichen Objekt, wie einst Dr. Frankenstein, nur dass er halt im Original eigentlich Dr. Storm heißt, aber naja.
Trash dürfte wohl die Bezeichnung sein, die diesen Film am treffensten kategorisiert, denn es wimmelt nur so vor skurrilen Figuren und Situationen, dass es wohl kaum jemanden geben dürfte, der sich allen Ernstes bei Sichtung dieses Werkes gruseln anstatt in schallendes Gelächter verfallen würde.
Das Ganze fängt bei der Hauptfigur namens Jason an, der eigentlich nicht wie ein Jason, sondern eher wie ein junger Oliver Kahn ausschaut und zu Beginn mit herrlichen Sprüchen wie "Kannst du nicht vorher baden, bevor du schwitzt, du Stinker?" oder "Du riechst wie n Schwuler und ganz hinten!" glänzt, dafür einen aufs Maul bekommt und daher sinnfreier Weise eine Sexkur in der titelgebenden Klinik bucht. Nach und nach lernen wir zusammen mit ihm ganz merkwürdige Personen kennen, wobei seine Bahnbekanntschaft Judy, die zu dem Schloss aus erbschaftlichen Gründen reist, noch einen halbwegs normalen Eindruck macht. Da hätten wir den kauzigen Bahnstationär, der den Schlosslern Neuankömmlinge telefonisch meldet, den Reisevermittler Pollack, der die tollen (für ihn) letzten Worte "Nicht doch!" von sich geben darf oder den morbiden Zwerg Frederick, der anfangs dem Herrn Frankenstein treu ergeben ist, ebenso wie die Motorradkluft inklusive Helm tragenden Handlanger.
Ja und dieser Frankenstein, der von Michael Dough, dem späteren Batman-Butler Alfred gemimt wird, schwingt nicht nur wahnsinnige Reden, sondern lässt auch gerne mal seine Finger knacken oder sich mit einem lärmenden Rollstuhl, der sich ein wenig wie eine Eisenbahn anhört, durch die Gegend schieben. Zudem hat er es faustdick hinter den Ohren und versucht sich junge Menschen durch Hirnoperationen gefügig zu machen, was teilweise auch funktioniert, wie wir in der aberwitzigen Szene sehen können, in der die Operierten auf Knopfdruck Flick Flacks machen und Gewichte stemmen und wenn ihm mal jemand quer kommt, wird ihm mittels einer Klinge am Autodach der Kopf abgefahren(!), um im direkt dahinter befestigten Kescher zu landen. Außerdem birgt er noch ein Geheimnis, was am Ende aufgedeckt wird und dem Ganzen die Trashkrone aufsetzt. Unglaublich sag ich da nur!
Die Leistungen der Darsteller fügen sich genau dem Handlungsbild, denn ernsthafte Schauspielkunst wird nicht geboten, sondern Overacting oder Nichtkönnen stehen an der Tagesordnung und das ist auch gut so, denn alles andere würde nicht passen.
Bei den wenigen vorhandenen Bluteffekten kommt ebenfalls kein Grusel oder Ekel auf, denn dazu sind die Tricks zu simpel umgesetzt und durchschaubar. So sorgen neben den erwähnten Autoklingenenthauptungen kostengünstig aufgetragene Kopfnahtstellen oder auffällig dünnflüssiges Blut aus einer "Axt im Motorradhelm"-Wunde für Erheiterung.
Insgesamt ist "Frankensteins Horrorklinik" unter humoristischen Gesichtspunkten ein ordentlicher Kracher, in Sachen ernsthaftem Horror aber eine totale Niete. Darüber sollte man sich im Klaren sein, dann klappts auch mit dem positiven Gesamteindruck.