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Treten Sie ein in Frankensteins Horrorklinik! Das klingt zunächst zwar verlockend und nach viel Blut, entpuppt sich aber schnell als totaler Reinfall. Nur weil Frankenstein draufsteht ist noch lange nicht Frankenstein drin.

Die billige Enthauptung zweier Teenager zu Beginn ließ mich eigentlich auf einen lustigen Trashfilm hoffen. Allerdings ist "Frankensteins Horrorklinik" nichts dergleichen. Der Film ist nicht trashig, sondern einfach nur schlecht gespielt und ebenso so miserabel synchronisiert.

Man braucht sich ja nur mal den jungen Hauptdarsteller Robin Askwith anzuschauen. Mit seinen langen, ungewaschenen Haaren (der Film stammt aus den 70ern und das sieht man auch) und den usseligen Klamotten die er trägt sieht er aus wie ein Hippie, aber bestimmt nicht wie ein Boxer, den er eigentlich darstellen soll. Hinzu kommt seine nicht besonders überzeugende Darstellung des jungen Boxers und schon haben wir den Grundstein für einen nicht gelungenen Horrorfilm.

Eigentlich braucht "Frankensteins Horrorkilinik" ja gar keine guten Schauspieler. Dafür sorgt die Story: Es geht um den durchgeknallten Dr. Frankenstein der in einem alten Schloss ein Versuchslabor betreibt, das er als Hotel getarnt hat um so an Versuchskaninchen für seine kranken Experimente mit Gehirnen zu gelangen. Auch Jason hat es dorthin verschlagen, doch schon bald wir klar: Das wird nicht der Erholungstrip den er sich erhofft hat...

Das klingt blutig, ist es aber nur bedingt. Dafür gibt einige logische Ungereimtheiten die so offensichtlich sind das sie für unfreiwillige Komik sorgen. Als Jason und Judy, die er im Zug kennen gelernt hat, in Frankensteins Horrorklinik ankommen sagt ihnen die "freundliche" Dame an der Rezeption das nichts mehr frei ist, als er ihr jedoch verklinkert das er Urlaub machen möchte (was sie ja eigentlich schon weiß) gibt sie ihm und seiner neuen Freundin ein Doppelzimmer. Viel dümmer ist jedoch die Tatsache das Dr. Frankenstein seinen "Gästen" die Gehirne entfernt. Wie soll ein Mensch denn bitte schön ohne sein Gehirn weiterleben?

Unfreiwillige Komik ist gut. "Frankensteins Horrorklinik" ist jedoch nicht "Schulmädchen-Report" und das bedeutet das es zwar unfreiwillig komische Szenen gibt, diese aber nicht überwiegen. Der Film hätte viele und gute blutige Effekte nötig gehabt. Es gibt ein paar blutige Szenen, allerdings sind die Effekte, falls man sie überhaupt als solche bezeichnen kann, unter aller Sau.
 
Es ist ja nicht so, dass Antony Balch nicht versucht hätte Atmosphäre zu erzeugen. Er lässt Blut aus Wasserhähnen laufen damit sich der Zuschauer furchtbar gruselt, der einzige der hier jedoch Gänsehaut bekommt dürften kleine Kinder sein. So etwas wie Spannung oder Atmosphäre sucht bei "Frankensteins Horrorklinik" vergebens. Wenn man "The Red Monks" von Lucio Fulci spannend fand könnte einen auch "Frankensteins Horrorklinik" fesseln, sollte das allerdings nicht der Fall sein wird man sich hier wohl eher langweilen, so wie ich.

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