Review

Die Kritik beruht auf der einzigen deutsch-sprachig erhältlichen, ungeschnittenen DVD-Fassung aus der Cinema Line von e-m-s!

Rocksänger Jason Jones hat einen kreativen Durchhänger und sucht im Kurschloss Brittlehurst Manor des Wissenschaftlers Dr. Storm (der in der deutschen Synchronfassung den Namen Dr. Frankenstein trägt) Erholung. Auf der Fahrt dorthin lernt er die attraktive Judy kennen. Beide bemerken schnell, dass auf dem Anwesen etwas nicht stimmt. Birgt Brittlehurst Manor ein schreckliches Geheimnis?

Die Antwort auf diese Frage bekommt der Zuschauer gleich zu Beginn mit einer grandiosen Eröffnungssequenz beantwortet, die einen herrlich schrägen, sehr billigen und dennoch atmosphärischen und blutigen Horrorschocker mit sehr viel Trash-Appeal einleitet.

Regisseur und Drehbuchautor Antony Balch bedient sich dabei großzügig der "Frankenstein"-Thematik und garniert seinen zur Blütezeit der Hippi-Ära entstandenen Film mit jeder Menge 70ies-Feeling - Schlaghosen, kurze Röcke, buschige Koteletten, Rockmusik und Sex inklusive.

Trotz einiger Szenen unfreiwilliger Komik ist Balch ein durch und durch unterhaltsamer Streifen mit einigen wirklich sehenswerten Regieeinfällen gelungen: abgesehen von der zur Guillotine umfunktionierten Limousine, die bei beschleunigter Fahrt Fußgängern die Köpfe sauber abtrennt oder den gespenstisch anmutenden Szenen im Speisesaal mit den bleichen und entsetzlich entstellten Versuchskaninchen des verrückten Wissenschaftlers, ist es vor allem der diabolisch wirkende Michael Gough, der durch seine überzeugende Darstellung den Film positiv bereichert.

Abgesehen von einigen schlechten Dialogpassagen weiss vor allem die deutsche Synchronisation zu überzeugen, die mit wunderbaren Sprechern wie Tommi Piper und Horst Sachtleben aufwartet und zudem mit vielen doppeldeutigen Anspielungen und schrägem Humor überzeugen kann.

Michael Gough und Gaststar Dennis Price spielen überzeugend und mit Hingabe, Kurt Christian als Abraham dagegen ist eine talentfreie Zone, die dem absurden Horrorfilm skurille Nuancen verleiht. Skip Peters als zwergenwüchsiger Gehilfe des Wissenschaftlers bringt eine tragische Komponente ins Spiel und vervollständigt das Ensemble um die oben genannten Legenden des britischen Gothic Horrors.

Antony Balchs moderne "Frankenstein"-Variante ist preisgünstig inszeniertes Trashkino auf einem ungewohnt hohem Niveau und vereint Spannung und Dramatik mit ein paar blutigen Effekten zu einer schrillen und peppigen Zeitreise in die 70er Jahre.

8 von 10 Punkte!

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