Review

Diese herrlich fiese Geisterbahnfahrt sah ich zum ersten Mal als Kind von vielleicht 10 Jahren (damals als VMP/Telerent-Videokassette), und es sollten einige weitere Fassungen folgen. Ich habe keine Ahnung, in wie vielen Editionen ich diesen Horror-Schmock im Regal habe. Im Juni 2010 kam dann eine absolut überragende Fassung aus den USA in meinen Player: Dark Sky Films haben den Streifen wirklich extrem kompetent aufgemöbelt.. Das Bild ist im Originalformat und der feuchte Traum eines jeden Horror/Trash-Freak, der die Filme aus den '70er Jahren verehrt...


In HORROR HOSPITAL (US-Titel) gibt es natürlich keinen Dr. Frankenstein - der Bösewicht (Michael Gough) des Streifens heisst Dr. Storm. Michael Gough spielt diesen unglaublich finsteren Charakter mit einem deartigen Ernst, das einem die Spucke wegbleibt. Ich möchte diesem Dr. Storm jedenfalls nicht nachts auf offener Strasse begegnen - das ist mal klar! :-) Mit von der blutigen Partie ist Kult-Zwerg Skip Martin (den Vincent-Price-Fans aus SATANAS - DAS SCHLOSS DER BLUTIGEN BESTIE kennen dürften), der mit seinem Schauspiel selbst Michael Gough noch das Fürchten lehrt - exzellent, was der kleine Mann in HORROR HOSPITAL abliefert. Das ist mit Sicherheit die beste Darstellung seiner gesamten Karriere gewesen - schon in SATANAS konnte es vor ihm gruseln, denn da steckte er den in einem Gorillakostüm schwitzenden Patrick Magee in Brand, und auch in HORROR HOSPITAL sind seine Auftritte ziemlich horribel...
Noch mit dabei als Bandmanager ist der sehr sympathische Brite Robin Askwith aus THE BLOOD AND FLESH SHOW (IM RAMPENLICHT DES BÖSEN) von Peterle Walker und dem ebenfalls kultigen TOWER OF EVIL (TURM DER LEBENDEN LEICHEN) - immer wieder schön, den Kerl auf dem Bildschirm zu sehen. Jemand verglich ihn hier mit Oli Kahn - wie ulkig...
Saufnase Dennis Price hat auch noch einen netten Auftritt, bei dem er schliesslich seinen Kopf verliert...

Die Story tut nicht viel zur Sache (und Leute, die auf Logik bestehen, sollten sich diesen Streifen soundso nicht anschauen), geht jedoch kurz und knapp so: Dr. Storm leitet eine Klinik im Grünen und führt Böses im Schilde. Früh im Film sehen wir ihn auf dem Rücksitz eines teures Wagens sitzen - auf dem Weg, neues Menschenmaterial zu beschaffen. Dafür wird ein am Auto befestigtes Schlachtermesser ausgefahren, um die Flüchtlinge zu köpfen. Tja, und schon purzeln die Pappköppe in ein ebenfalls am Auto befestigten Leinensack... Schnitt!
Und genau auf dem Weg in diese grausige Klinik ist Jason (Robin Askwith) mit seiner süssen Zugbekanntschaft Judy, denn die Klinik ist offiziell so eine Art Erholungszentrum. Die Patienten sehen jedoch aus wie wandelnde Leichen - da muss doch was im Busch sein...
Mehr braucht man nicht wissen, wenn man auf britischen und sehr, sehr blutigen (die neue US-DVD von DarkSkyFilms enthält die längste jemals erschienene Fassung) Horror-Trash aus den '70ern steht. Da geht die Post ab!
Zum Teil hauen die Darsteller so dermassen auf den Putz, das man glaubt, es mit einer bizarren Theateraufführung zu tun zu haben. Das Overacting  von Udo Kier in FLESH FOR FRANKENSTEIN ist jedenfalls nix dagegen. Zum Beispiel die minutenlangen, völlig absurd wirkenden, Schlägereien zwischen den Helden und den Schergen des Dr. Storm. Da gibt es aufs Maul und auf die Helme wie nix Gutes! Das Ganze ist definitiv eine schwarze, extrem bizarre Komödie - das kann einfach nicht ernst gemeint gewesen sein! Das seltsame ist, das die Atmosphäre trotz des Trashfaktors irgendwie fies ist. Jedenfalls wünscht man sich, NIEMALS in so einem Irrenhaus zu landen...
Es gibt nicht viele Filme, die so eine Horrorshow abliefern wie in diesem Streifen. Denn ständig passieren grausige Dinge: rollende Köpfe, fiese Zwerge, Gehirnwäsche, Operationen, Wahnsinn, Rückblenden (Dr. Storm begann seine Karriere in Hamburg!), Mord und Todschlag...

SPOILER-ALARM!
Und wenn man Dr. Storm zum ersten Mal ohne seine menschliche Hülle sieht, ist endgültig Fastnacht -  so etwas habe ich jedenfalls noch nicht gesehen... Mit HORROR HOSPITAL könnte man definitiv seine Oma erschrecken (hihi), und  die Atmosphäre des Grauens wirkt viel stärker nach als in heutigen Gurken wie HOSTEL. Eine durchgeknallte Geisterbahnfahrt direkt in die Hölle. 

10 von 10 Punkten für diesen bizarren Karneval des Schreckens (man muss jedoch wirklich auf solche Filme abfahren, sonst wird man sich langweilen und sagen: ach, das ist doch unlogisch...)

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