Dr. Frankenstein lädt zum Bumsurlaub auf der Fitnessfarm. Dies lässt sich Jason (gespielt von Mick Jagger oder zumindest einem Typen, der so aussieht wie dieser) natürlich nicht zweimal sagen. Zusammen mit Judy, die nach ihrer verschollenen Tante sucht, begeben sie sich auf das als Kurhotel getarnte Schloss des irren Arztes. Das Blut aus den Wasserhähnen, die Blut getränkten Bettlaken und die apathischen Gäste mit den seltsamen Narben auf der Stirn drängen ihnen jedoch den Verdacht auf, das hier etwas nicht stimmt...
Abseits der großen Hammer-Studios versuchten sich Ende der 1960er-, Anfang der '70er-Jahre einige wenige britische Regisseure auf eigene Faust durchzuschlagen. FRANKENSTEINS HORROR-KLINIK von Regisseur Antony Balch (SECRETS OF SEX) schlägt arg aus der Art und befindet sich fernab der Klasse des Britischen Nobel-Labels. Was zu Beginn ein bisschen nach dem Plot von ROCKY HORROR PICTURE SHOW klingt, entpuppt sich als wüster Sleaze mit allen Facetten einer 70er-Jahre-Klamotte inklusive der damaligen Mode und dem Jugend-Jargon.
Dr. Frankenstein ist hier ein Rollstuhlfahrer mit Bela Lugosi-Touch. Tagsüber düst er mit seinem Wagen umher, einem Gefährt, aus dem Schwerter ähnliche Klinger schnellen, mit denen er Passanten den Kopf abschneiden kann. Praktisch, 'ne. Zu seinen Bediensteten gehören Motorrad-Rocker, die niemals den Helm abnehmen, und ein Kleinwüchsiger, ähnlich dem Zwerg aus BLOODSUCKING FREAKS. Frankensteins Leidenschaft ist es Gehirne (Achtung: O-Ton!) zu demontieren und zu elektrifizieren, um deren Träger zu willenlosen Sklaven zu machen. Das Zitat "Marionetten seid ihr! Marionetten!" (wieder Lugosi) drängt sich einem auf. Zu Schluss entpuppt sich Frankenstein als wabbeliges Narbenmonster und wird von seinem eigenen Mörderauto, gesteuert von Mick Jagger, einen Kopf kürzer gemacht. Ende. Dazwischen paasiert viel Trashiges, das das Herz jeden geneigten Zuschauers höher schlägen lassen dürfte. Auf Sinn, Logik oder ernstzunehmenden Grusel sollte man aber freilich nicht aus sein.
„Ungewöhnlicher Junge! Sein Hirn interessiert mich.“
Fazit:
Trash durch und durch. Aus heutiger Sicht beinahe eine Komödie.