Ganz ordentlicher Actionthriller, der zwar nie so wirklich in Gang kommt, aber dafür über mehr Aufbau und dramatisch versuchte Tiefe für seine handelnden Personen verfügt, und da eindeutig die Handschrift des genreunerprobten James Yuen trägt. Dieser hatte sich zuvor mit The Wedding Days, Your Place Or Mine ! und Rumble Ages im RomCom/Drama Bereich erfolgreich aufgehalten; der kurzzeitige Wechsel bekam nicht so viel Kritikerlob ab.
Taiwan:
Der Tunichtgut und Gelegenheits- Gigolo Lin Ji Chong [ Convoy Chan ] soll zwei Männer vom Airport abholen, mit 20min Verspätung erscheint er auch dort und trifft auf „Mr. Hong“ und „Mr. Kong“ aus HK, wobei er sie eigentlich nur fahren soll, aber schon unterwegs anfängt Fragen zu stellen. Diese werden zwar nicht wirklich beantwortet, er bekommt aber zumindest mit, dass sich beide in eine Disco begeben wollen, um Lee Min [ Miki Lee ] zu treffen und mitzunehmen. Später hört er in den Nachrichten, dass dort eine Schiesserei mit einigem Toten stattgefunden hat.
Während die Polizei [ u.a. Jack Kao ] ermittelt, wurden „Hong“ und Kong“ getrennt; „Kong“ taucht bei Chong in der Wohnung auf und erklärt ihm die Sachlage: Sein Name ist Michael Lo Wei Shin, er wurde von der HK Polizei nach Taiwan geschickt, um binnen 72 Stunden den flüchtenden Vater von Lee Min und dessen gestohlene 30 Mio HK$ zurückzubringen, die für einen Waffenhändlerprozess benötigt werden. In der selben Zeit taucht der vom Waffenhändler geschickte Hang Hsiung [ Mark Cheng ] in der Stadt auf, ebenfalls auf der Suche nach Lee Min.
Das folgende Geschehen ist nicht spannungsarm inszeniert und hat vor allem in den drei gestandenen Schauspielern Fong, Cheng und Kao genügend Unterstützung; sieht aber abseits einiger gelungener Momente besonders optisch relativ schäbig aus und hat es scheinbar auch schwer, einen höheren Gang reinzukriegen.
Statt einer reinen Konzentration auf die Geschichte werden zwar die Charaktere näher beleuchtet, aber dadurch Biss und Tempo etwas vernachlässigt, zumal die Handlung auch nicht wirklich bierernst durchgezogen wird. Es gibt einen Running Gag mit einem von Pech verfolgten Autobesitzer, die Gang von Mark Cheng hat alles andere im Sinn, ausser ihren Auftrag durchzuziehen; ein heftig Schwuler aus der Klischeekiste wird auch noch eingeworfen.
Die recht bruchstückenhafte Geschichte versucht mit allen Mitteln, zuviel auf einmal in den schmalen Plot hineinzukriegen, eine mögliche Liebesgeschichte wird ebenso aufgeworfen wie eine bestehende erst gesplittet und dann gefestigt wird. Dabei hätten einige episodenhafte Sequenzen aus dem Gebiet in einem anderen Umfeld durchaus Wirkung haben können – Lee Min entdeckt in „Mr. Hong“ so etwas wie einen Seelenverwandten ihres vor 2 Jahren verstorbenen Freundes, Chong selber erklärt zu Anfang, dass er aus seinem gewöhnlichen Leben ausbrechen will, scheint aber jetzt nicht die Klasse dafür zu besitzen - ; passen allerdings nicht wirklich in das straighte Genre des Actionfilmes. Ausserdem bleiben bis auf die Michael Lo - Figur die meisten Charaktere trotzdem uninteressant und egal; die sonstigen Abweichungen und Überraschungen halten sich leider auch in Grenzen.
Nichtsdestotrotz werden einige gute Suspensemomente herausgearbeit, das begrenzte Universum wird in allen Richtungen gut abgegrast und das Bemühen um eine mit kleinen Einzelheiten angefixte Geschichte trägt durchaus seine Früchte.
Trotzdem reicht es weder für einen Thinking Man's Actionfilm noch einem hirnlosen Shoot 'em Up; enstprechende Actionszenen sind sowieso eher rar gesät und dann auch nicht so überzeugend gehandhabt, dass sie für Begeisterungstürme sorgen. Der Zwischenfall in der Disco wird als geschickt eingeleitete Rückblende wiederholt, befindet sich aber wie eine anfängliche kurze Verfolgungsjagd und ein Hinterhalt sehr auf kleinem Bereich. Der gross angekündigte Showdown auf einer Schutthalde inmitten der Stadt holt zwar dann die Kaliber heraus, zeigt aber ständig nur die Treffer, niemals die Schützen selber; wobei da auch jegliche Komposition der Schiesserei vollkommen fehlt, ein unmotivierter Schnittrhythmus sorgt für mehr Verwirrung als Überblick.
Der Film ist sicherlich nicht uninteressant, aber er sitzt etwas hilflos zwischen zwei Stühlen und ist bei keinem richtig drauf. Es hätte aber durchaus was werden können, schade drum.