Dieser Streifen dürfte wohl so ziemlich der erste seiner Art sein, der innerhalb eines postapokalyptischen Szenarios die falschen Schwerpunkte setzt, indem er Vampire minutenlang und ohne Finesse Softsex betreiben lässt.
Und mittendrin Robby, so ziemlich die letzte männliche Jungfrau, der auf Streifzug geht und so langsam keine Lust mehr hat, nur stiller Beobachter zu sein.
Irgendwas ist mal wieder vorgefallen und die Städte sind drei Jahre nach Ausbruch der tödlichen Epidemie wie ausgestorben. Lediglich in einigen Gebäuden tummeln sich Vampire lustvoll, während Robby und sein Hund Bill die Freiheit genießen. Doch je intensiver er diverse sexuelle Treiben beobachtet, umso weniger möchte er Jungfrau bleiben, was ihm wiederum ein Vampirdasein in der Dunkelheit bescheren könnte…
Was sich Macher Sean Skelding bei seinem Erstling gedacht hat, muss wohl eher eine instinktive Handlung, getrieben von Impulsen unterhalb der Gürtellinie gewesen sein, denn anders lässt sich so ein Humbug kaum erklären.
Dabei sehen die Kulissen ansatzweise stimmungsvoll aus, mit umherwehenden Papier, leeren, teils schrottigen Autos und den einsamen Straßen der Vorstadt.
Doch wenn man gefühlte 80 Prozent mit halbnackten Tatsachen verbringen muss, geraten die wenigen positiven Ansätze schnell in Vergessenheit.
Dass die Handlung keinerlei Spannung aufkommen lässt, ist primär der Tatsache des ewig selben Ablaufes geschuldet: Robby erkundet ein Gebäude, hält bei Lesben, einem Dreier oder einem Hetero-Paar inne, beobachtet das unerotische und ohne Feingefühl inszenierte Gepoppel mitsamt etwas Dirty Talk, bis er entdeckt wird, fluchtartig und panisch das Gebäude verlässt, dabei aber eigentlich nie verfolgt wird, denn sobald er im Tageslicht steht, ist er sicher. Entsprechend ist nicht ein Blutstropfen zu sehen, - es wird weder gebissen, noch gemordet, lediglich einige Skelette sind in der Landschaft platziert.
So spricht Robby täglich in die Webcam, spielt Schach mit einer dreibrüstigen Gummisexpuppe, erkundet ein Kaufhaus, spielt Minigolf (ist noch einigermaßen amüsant), kümmert sich kumpelhaft um seinen vierbeinigen Begleiter und hadert seiner Jungfräulichkeit.
Als Gast, wer auch sonst, gibt Ron Jeremy ein paar Tipps für den Umgang mit Moral und Vorkehrungen, um trotz Geschlechtsverkehrs nicht zum Vampir zu mutieren, doch auch dieser Einsatz bleibt weitestgehend unpointiert.
Und dann wieder diese quälend langen Szenen des Bepökelns, wobei natürlich die Schlüpper anbehalten werden und selbstverständlich außer einigen entblößten Kissen nichts zu sehen ist.
Dabei sehen die meisten Damen recht ranzig aus, viele über die Maße tätowiert, einige silikoniert und manche, trotz des noch nicht so hohen Alters schlichtweg abgewrackt.
Das macht wahrlich keine Freunde und man muss sich ernsthaft fragen, warum Skelding nicht direkt einen Porno gedreht hat, anstatt so eine vermurkste Mischung aus One-Person-Show und Billig-Sex zu fabrizieren.
Kurzum: Vampirfans bekommen nichts außer Plastikgebisse zu Gesicht und wer auf Endzeitfilme steht, benötigt definitiv die Vorspultaste, die zwischendurch auch mal auf vierfache Geschwindigkeit betätigt werden kann.
Trashig, aber nicht witzig, einseitig, ideenlos und größtenteils plump, sollte man um dieses Stück Film einen großen Bogen machen.
1,5 von 10