Fegefeuer der Eitelkeiten
Das PS3-Spiel war damals richtig nice, böse und feurig, selbst wenn es dreist sehr viel bei „God of War“ abgeschaut hat. Und an das gleichnamige Gedicht kommt eh kaum etwas Künstlerisches heran. Nun durfte ich mit diesem animierten Abstieg durch die Höllenkreise meine Erinnerungen an das geniale Actiongame als auch Vergils episches Gedicht auffrischen - und auch in dieser Form macht „Dante's Inferno“ höllisch Laune…
BEATRICE!!1!
Obwohl mir die zackige Abtrennung in einzelne Kapitel und Höllenkreise wie „Gier“ oder „Lust“ nicht super gut gefällt, erinnert das doch passenderweise an Level eines Videospiels oder an Bosse wie aus „Ninja Scroll“. Insgesamt nur nicht ganz auf dessen Niveau. Vor allem in seinem Art Design aber fantastisch, kreativ und fies. Allein die „Etage“ mit den Teufelsbabies samt Klingenarmen ist den Eintritt wert. Auch das Hurenhaus voller monströser Verführerinnen hat es in sich. Der Zeichenstil ist atmosphärisch, wenn auch nicht allzu detailliert oder hübsch. Ab und zu werden auch Gedanken an FromSoftware und Soulslikes wach. Die Synchronsprecher drehen gut auf oder sogar drüber. Das Design der Monster und Charaktere ist und bleibt aber das fette Highlight. Wie es beim Spiel auch schon war. Wer eine Playsi 3 noch unter'm TV stehen und angeschlossen hat, sollte auch dort „Dante's Inferno“ unbedingt nachholen. Da macht man für 7-10 Stunden nichts falsch. Und die Disc dürfte bei eBay nur noch ein paar Euro kosten. Aber auch dieser Anime ist sowohl als Ergänzung, als Auffrischung, als Zusammenfassung sinnvoll. Die Laufzeit überzieht es nicht. Alles äußerst blutig und brutal. Sehr freizügig und nur für Erwachsene, ohne Frage. Hat mir Spaß gemacht - wenn auch nicht so viel Spaß, wie mit Dante selbst durch die Höllenhorden zu metzeln.
Fazit: düsterer und meist diabolisch goriger (Videospiel-)Anime zwischen Teufelskreis und Ritterschweiss - konfus und klasse zugleich!