Review

... und die Remake Welle rollt weiter !
Allerdings hat - so viel darf ich wohl vorweg schicken - das Mother`s Day Remake mit dem Originalfilm von 1980 eigentlich fast nur noch den Titel gemein.

Statt eines Campingausflugs dreier Schulfreundinnen in der freien Natur konzentriert sich das Grauen hier auf ein Wohnhaus in einer schmucken Vorstadtsiedlung. Das Remake präsentiert sich also eher als Belagerungs- / Geisel-Thriller, denn als Backwood Slasher.

Beth und ihr Mann haben einige andere Pärchen zu Gast. Im Partykeller wird ausgelassen gelacht und getanzt. Unbemerkt verschaffen sich drei Brüder Zutritt zu dem Haus, von dem sie glauben, es gehört ihnen. Die drei sind nach einem misslungenen Banküberfall auf der Flucht. Der jüngste von Ihnen ist angeschossen worden und ringt nun um sein Leben. Was Sie nicht wissen können: Mutti musste aufgrund akuten Geldmangels das Haus verkaufen. Es dauert nicht lange, bis die unterschiedlichen Gruppen aufeinander aufmerksam werden. Die Brüder gewinnen mit ihren Waffen natürlich zunächst die Oberhand. Mutti kommt etwas später mit dem Wohnmobil vorbei und bringt noch ein weiteres Geschwisterkind (eine Tochter) mit.

Während die Brüder die Situation für grausame und gewaltsame Spielchen mit den Geiseln ausnutzen, gibt sich ihre Mutter zunächst betont sachlich, pfeift ihre Söhne zurück und scheint lediglich am Geld der Geiseln interessiert zu sein. Rebecca de Mornay entspricht dabei so gar nicht der albernen alten "Hexe" aus dem Originalfilm. Die Mutterfigur erfuhr quasi ein Update. De Mornay ist ganz ladylike, wirkt kühl und berechnend, in manchen Situationen aber auch sehr warmherzig und mütterlich. Mit der Originalfigur hat sie zumindest gemein, dass sie ihre Söhne total im Griff hat und ständig rumkommandiert (auf die Tochter trifft das weniger zu). Schauspielerisch kann man ganz zufrieden sein. Das offensichtlich geliftete Gesicht lässt aber keine oscarreife Leistung mehr zu.

Beth wird ziemlich bald mit einem der Brüder losgeschickt, um am Geldautomaten die Konten der Geiseln zu räumen. Von hier an verteilt sich das Geschehen auf zwei Schauplätze. Sowohl im Haus, als auch draußen auf der Strasse spitzen sich der Ereignisse immer mehr zu. Zusätzlich braut sich ein Tornado über der Wohnsiedlung zusammen. Die hohe Personenzahl (mehrere Geiselpärchen, 4 Geschwister statt wie bisher nur 2 Brüder) verspricht einen hohen Bodycount. Auf der inhaltlichen Ebene sorgen einige Enthüllungen über die Geiseln für Spannung. Auch die perversen Machtspielchen gewinnen an Intensität. Insgesamt gewinnt der Film im letzten Drittel deutlich an Fahrt und macht die überraschungsarme erste halbe Stunde vergessen. Gewalt im Sinne von expliziten F/X findet nur sporadisch statt und verteilt sich großzügig auf die recht lange Laufzeit. Die FSK dürfte dennoch ein, zwei problematische Sekunden zu beanstanden haben. Als kleine Reminiszenz stirbt einer der Bruder fast 1:1 denselben Tod wie im 80er Original. Der Film endet nach 106 Minuten mit einer netten (aber nicht spektakulären) Schlusspointe.

Fazit: Kommt erst nicht so recht in Fahrt, wird dann aber doch noch ziemlich „sleazy“

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