Es sollte ein angenehmer, lustiger Abend werden als eine Handvoll junger Menschen im Keller bei guter Laune eine Party feiern. Doch es kommt anders denn 3 Brüder, die daran scheiterten eine Bank zu überfallen, stürmen kurzerhand das Haus und nehmen die Partycrew als Geiseln. Einer der Brüder wurde durch den missglückten Überfall schwer verletzt. Welch ein Glück das einer der Geiseln ein Arzt ist ( Welch Ironie des Schicksals ). So kann der verletzte Geiselnehmer versorgt und sich um das Wesentliche gekümmert werden denn die 3 Brüder sind immer noch der Meinung das dieses Haus ihrer Mutter gehört die es aber inzwischen hat versteigern lassen. Die Situation droht zusätzlich zu eskalieren als genau diese Mutter auf einmal auftaucht. Es stellt sich heraus das die Brüder an dieses Haus häufig Geld geschickt haben immer in dem Glauben es würde an ihre Mutter gehen. Doch das Geld ist nicht aufzufinden, der neue Hausherr hat auch keinen blassen Schimmer vom Verbleib der Kohle. Also wird kurzerhand entschlossen das die Freundin des neuen Hausbesitzers Geld von einem Automaten abheben soll. Sie wird gezwungen mit einem der Brüder loszufahren und in der Zwischenzeit spitzt sich die Lage im Haus immer mehr zu...
Darren Lynn Bousman, der bereits Regie bei Saw 2 und 3 führte, wagt sich hier an eine Neuverfilmung des in Horrofilmkreisen recht bekannten Streifens Muttertag. Doch mit diesem indizierten Klassiker hat der Stoff der Neuverfilmung nur ansatzweise etwas gemein. War im Original der Schauplatz ein Wildpark spielt sich jetzt fast der gesamte Film in einem Haus ab. Genau das wird dem Film bei seiner Laufzeit von 90 Minuten dann auch etwas zum Verhängniss denn wenn sich fast alles an ein und derselben Stelle abspielt muss man schon ein gutes Drehbuch haben um den Zuschauer bei der Stange zu halten. Doch dies ist nicht vorhanden und so versucht Bousman die Logiklöcher und Längen in Mother`s Day durch immer wieder kehrende, zum Teil völlig unlogischen Handlungen der Mutter und ihrer Söhne zu überbrücken was in Torture und Gewaltszene dargestellt wird. Mag dies in Saw noch gut gepasst haben ist es hier auf Dauer ermüdend und einfach stumpfsinnig.
Rein von der Inszenierung her ist das alles durchaus gut gemacht. Die Splattereffekte wirken echt und dementsprechend zum Teil auch sehr eklig. Da haben die Maskenbildner ihre Arbeit sehr gut gemacht.
Von der Besetzung her spielt alles ziemlich im Mittelmaß. Einzig Rebecca de Mornay sticht mit ihrer Darstellung als Mutter ziemlich heraus. Aber die wenigen Momente in denen Bousman versucht die kranke Verbindung zwischen Mutter und Söhnen darzustellen wirkt dann doch völlig dämlich und auch nur selten richtig nachvollziehbar. Vor allem die Rolle der Tochter, die mit der Mutter im Haus auftaucht, hätte man auch getrost aus dem Drehbuch heraus schneiden können denn dem Film bringt sie so gut wie nichts.
Mein Fazit: Kein wirklicher Reinfall, aber als moderner Horrorfilm doch zuwenig durchdacht. Zu sehr verstrickt sich Bousman in der Story und schafft es kaum eine gute Balance zwischen Story, Charakterdarstellung und Spannung zu erzeugen und stützt sich immer dann, wenn er gerade nicht wirklich weiter weiss in Splattereffekten. Die widerum hat er wirklich drauf. Zart besaitete sollten sich den Film also besser nicht anschauen. Als Futter für Horrorfans durchaus zu gebrauchen, aber eine wirkliche Offenbarung liegt hier nicht vor. Bousman sollte sich mal haute tension, Eden Lake oder Martyrs anschauen. Da kann er lernen wie man richtig gute Spannung aufbaut und trotzdem Splatter mit einbauen kann. Kein totaler Rohrkrepierer aber verschenktes Potenzial, daher von mir
6/10