H. P. Lovecraft und Mary Shelley waren Visionäre, deren Ideen ihrer Zeit weit voraus waren. Der eine verfasste eine Kurzgeschichte über einen Mediziner, der Tote wieder zum Leben erweckte, während die andere gar über einen künstlich erschaffenen Menschen schrieb. Seitdem erschienen unzählige Variationen auf großen und kleinen Leinwänden, welche stets einen Bezug zu den klassischen Stoffen aufwiesen, - hier in Form eines Horrordramas, dem es allerdings in vielen Belangen an Tiefe fehlt.
Der angehende Neurophysiologe Nicholas experimentiert mit Neurotransmittern, um tote Mäuse zu reanimieren und kurz vorm gemeinsamen Wochenende mit einigen Freunden gelingt sogar ein Versuch. Als seine geliebte Sophia im See ertrinkt, versucht er sie ebenfalls zu reanimieren, was jedoch nicht ohne Folgen bleibt, denn er benötigt Hormone von just Verstorbenen...
Es ist der erste Langfilm von Autor und Regisseur Scott David Russell, dessen Stoff eher an "Re-Animator" denn "Frankenstein" angelehnt ist, denn es geht folgerichtig um die Wiederbelebung eines toten Körpers, was in seiner Folge wiederum ein wenig an "Friedhof der Kuscheltiere" erinnert. Jedoch fällt das Treiben nicht allzu blutig aus, obgleich Nicholas einige Damen um die Ecke bringen muss, um seinem Ziel näher zu kommen und eventuelle Nebenreaktionen der wieder belebten Sophia ausschließen zu können.
So findet das Geschehen überwiegend in einem großräumigen Künstleratelier statt, was auf Dauer leider kaum für Abwechslung sorgt, zumal sich die Ereignisse bereits nach kurzer Zeit wiederholen und es der Figur des Nicholas an Inbrunst und Emotionalität mangelt, um das geneigte Publikum mitzureißen. Er verkörpert eher den durchschnittlichen Medizinstudenten, der sich aufgrund einer unglücklichen Liebe in eine fixe Idee verrannt hat und natürlich schon bald den Sicherheitsbeamten des Campus auf seine Spur lockt.
Die Theorie, einen Menschen ausschließlich mit dem Hormon Oxytocin zu reanimieren, erscheint indes reichlich an den Haaren herbeigezogen und auch wenn ab und an medizinisches Kauderwelsch in den Raum geworfen wird, so sind zumindest die Nebenwirkungen in Form von Blutdurst, Lust auf Fleisch und Orientierungslosigkeit nachvollziehbar. Logisch erscheint allerdings nicht, warum die Reanimierte nie das Verlangen spürt, soziale Kontakte zu pflegen oder mal die Wohnung zu verlassen, wodurch es der Erzählung deutlich an Konflikten mangelt, während Nicholas mit seinen Untaten relativ problemlos durchkommt.
So mäandert das Drama mit Horroranleihen über weite Teile ein wenig ziellos vor sich hin und auch wenn die morbide Stimmung ab und an überzeugen kann, so lassen die Figuren weitgehend kalt und spannende Momente bilden deutliche Mangelware.
Der pianolastige Score unterstreicht indes zwar die tragische Note und wartet mit einem angenehm eingängigen Titelthema auf, doch auf emotionaler Ebene will der Stoff schlicht nicht zünden, was nicht zuletzt an den etwas hölzernen Darbietungen der Mimen liegt.
Denn wenn der plötzliche Tod eines geliebten Menschen schon nicht adäquat auf den Zuschauer übertragen werden kann, verlieren anschließende Wiederbelebungsversuche unweigerlich ihren Reiz...
Knapp
4 von 10