Jean Paul Belmondo war in diesem Film in einer reinen Komödie zu sehen, die leider völlig mißlungen ist. Dies ist sehr schade, denn die Prämisse des Films klingt durchaus vielversprechend: Belmondo spielt Stephane, einen Frauenheld, der seine Frau so oft betrügt, wie er nur kann. Gerade in diesen Szenen chargiert Belmondo fürchterlich und wirkt dabei sogar unsympathisch, insbesondere am Anfang des Films. Als seine Frau ihn mit der jungen Julie (Sophie Marceau) erwischt, rettet er sich mit einer gefährlichen Notlüge: Er behauptet, sie wäre seine Tochter aus erster Ehe. Danach nehmen viele turbulente Irrungen und Wirrungen ihren Lauf. Wie gesagt: Die Story klingt vielversprechend und hätte durchaus Platz gelassen für feinen Humor, Situationskomik und witzige Dialoge. Stattdessen setzt Regisseur Georges Lautner (der mit „Der Profi“ immerhin für einen der besten Filme Belmondos mitverantwortlich war) auf massivst überdrehten Slapstick und plumpe Gags. Schon während der Credits gibt es einige völlig unmotiviert eingefügte und sinnlose Bootsstunts, die dann auch noch zu merkwürdiger Musik vor- und zurückgespult werden. Diese Szenen machen eher den Eindruck einen scratchenden filmischen DJ, als einen erprobten Regisseur vor sich zu haben.
Belmondo kann man kaum einen Vorwurf machen: er tut, was er oft tat, wirft sein physisches Spiel in die Wagschale, hat einige Actionszenen, die für sich genommen auch ok gehen. Die absichtlich „abgedrehte“ Inszenierung macht den Film aber nur schwer ansehbar. Zusammen mit der furchtbaren Filmmusik hinterläßt sie keinen „abgedrehten“ Eindruck beim Zuschauer, sondern wirkt nur hektisch. Auch den anderen Darstellern kann man keinen Vorwurf machen: Für sich genommen spielen sie alle sogar durchaus ansehnlich. Nur, was Lautner daraus macht, geht auf keine Kuhhaut. Hervorzuheben ist definitiv noch eine junge Sophie Marceau, die eine überaus bezaubernde Leistung abliefert. Fans von La Marceau sollten sich dieses Machwerk definitiv ansehen, denn sie ist sehr freizügig zu sehen und zieht mehrfach blank. Dies freut den Manne, beschwichtigt aber nicht den Filmfreund.
Alles in allem ist „Fröhliche Ostern“ eine herbe Enttäuschung und einer der schwächsten Filme Belmondos. Dass sich das Team nicht nur auf Slapstick konzentriert hat, sondern noch unmotiviert einige Actionszenen einbauen mußte, zeigt, dass sich die Filmemacher wohl auch beim Dreh nicht so ganz sicher waren, wohin die Reise geht. Das Ergebnis ist auf jeden Fall unausgegoren und nur schwer verdaulich, vor allem, wenn man Belmondo aus seinen starken Filmen (z.B. „Der Profi“, „Angst über der Stadt“) kennt. Zwar funktionieren einige Gags, doch dafür gibt es viel zu viele Rohrkrepierer. Einen Punkt gibt es für Madame Marceau und noch einen für die paar guten Gags. Das war es dann auch leider schon.
Fazit:
2 / 10