Review

Die Kritik beruht auf der ungeschnittenen DVD-Erstveröffentlichung aus der Cinema Line vom Label e-m-s!

"Der Turm der lebenden Leichen", auch "Devil's Tower – Der Schreckensturm der Zombies"  genannt (Original: "Tower of Evil") ist ein britischer Horrorfilm aus dem Jahr 1972. Regie führte Jim O'Connolly, der basierend auf einer Geschichte von George Baxt das Drehbuch schrieb.

Auf der Leuchtturminsel Snape Island, einem nebelverhangenen Eiland vor der britischen Küste, finden zwei einheimische Fischer drei grausam zugerichtete Leichen. Die Opfer wurden regelrecht abgeschlachtet. Lediglich der 21-jährigen Amerikanerin Penelope Reed, Augenzeugin des Massakers, gelang es dem Blutbad auf dem Inselchen zu entfliehen. Das traumatisierte Mädchen wird mit katatonischen Symptomen in die Psychiatrie eingeliefert und von der Polizei vernommen. Aufgrund ihres mangelnden Erinnerungsvermögens und tiefgreifender Störungen ihres Bewegungsapparates ist sie jedoch nicht in der Lage den Tathergang vollständig zu rekonstruieren. Für die Polizei gilt sie daher als Hauptverdächtige in diesem mysteriösen Fall.Die Eltern Penelopes beauftragen den Privatdetektiv Evan Brent mit Nachforschungen.  Brent schließt sich einer Forschungsexpedition aus Archäologen an, die ein Phöniziergrab auf der Leuchtturminsel mit einem goldenen Götterbild von Baal, dem phönizischen Gott, vermutet. Die fünfköpfige Gruppe wird vom Fischer und Fährmann Hamp und seinem Neffen Brom begleitet. Der skeptische Detektiv Brent erfährt im Zuge seiner Ermittlungen, dass die Insel von einem geistesgestörten Leuchtturmwärter namens Saul Gurney bewohnt wurde, der mitsamt seiner Familie seit Jahren auf rätselhafte Weise verschollen ist...

Ähnlich wie bei "Frankensteins Horrorklinik" haben wir es hier mit einer angestaubten, herrlich altmodischen Perle des englischen Horrorfilms zu tun. Leider kann "Der Turm der lebenden Leichen" nicht ganz so sehr überzeugen wie der "Mad Scientist"-Grusler mit Michael Gough, der vor allem wegen seines hohen Trash-Potentials zu unterhalten wusste.

Jim O´Connolly´s B-Movie erzählt eine nicht weniger phantastische Geschichte, die allerdings viel realistischer und bodenständiger erscheint. "Der Turm der lebenden Leichen" will vielmehr als ernster Horrorfilm verstanden werden, der teilweise Motive des im selben Jahr entstandenen "Tunnel der lebenden Leichen" mit Gothic-Horror verbindet.
Die Mischung, gewürzt mit einigen humorvollen und zynischen Dialogen, sehr billigen, aber umso blutigeren Effekten und etwas Sex, geht allerdings nur teilweise auf. Der Funke springt erst im letzten Drittel über und sorgt vor allem im Finale für mehr Tempo und Spannung. Bis dahin schleppt sich der Film von einer blutigen Szene zur nächsten und gibt sich zwischen den blutigen Episoden eher geschwätzig.
Dabei ist die Story liest sich die Story nicht schlecht und der Film beginnt auch sehr vielversprechend. Regisseur O´Connolly schafft es sogar, eine unheimliche Atmosphäre zu schaffen, die sich vor allem in den dunklen Gängen unterhalb des Leuchtturms so richtig entfaltet.

Die Spezialeffekte sind für die damalige Zeit sehr blutig. Man merkt ihnen das geringe Budget an, ihre Wirkung verfehlen sie allerdings nicht.
Vor allem Penelopes Erinnerungen unter Hypnose sind sehr gut inszeniert und bieten schnell geschnittene Szenen mit dramatischer Musik und einigen blutigen Einlagen von einer unglaublichen Intensität. Hier versteht es O´Connolly seinen Zuschauern Futter für die Nerven zu bieten.

Das Sehvergnügen wird allerdings teilweise getrübt durch eine nicht immer gelungene deutsche Synchronisation. Profis wie Tommi Piper und Erik Schumann geben gewohnt ihr bestes, besonders aber die Stimmen der weiblichen Darsteller sind sehr schlecht ausgewählt und rauben dem Film viel Atmosphäre.

"Der Turm der lebenden Leichen" ist Insgesamt aber ein recht unterhaltsamer Gruselfilm. Vor allem das spannende und actionreiche Finale ist überzeugend und entschädigt für so manche Länge in den ersten zwei Dritteln.

6,5 von 10 Punkte!

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