Review
von Leimbacher-Mario
Nebelschwadenschaden
Ein Turm sie zu knechten... In dem britischen Horrorschocker und Prä-Slasher „Tower of Evil“ aka „Beyond the Fog“ aka „Horror on Snape Island“ werden auf einer abgelegenen, extrem vernebelten Leuchtturminsel etliche grausam entstellte Leichen und eine verstörte Überlebende gefunden - die durch eine seltsame Lichttherapie ihre Erinnerungen wiedererlangen soll und durch deren Augen wir die blutrünstige Schlachtplatte genießen dürfen...
„Tower of Evil“ - ein (besonders für seine Zeit!) sehr saftiger, zukunftsweisender und heftiger Slasherverschnitt, irgendwo im Geheimtippniemandsland zwischen „Bay of Blood“, „Anthropophagus“ und Hammer Horrorstories. Da wundert man sich schon, warum der nicht mehr Aufmerksamkeit genießt. Eine Wiederentdeckung ist der in jeder Hinsicht wert! Die Kills und Schocks sitzen, die sexsüchtigen Damen haben es (zum Teil wortwörtlich) in sich, der killende Zausel springt einige Mal bedrohlich hervor, klaustrophobische Leuchttürme kommen ansonsten erstaunlich kurz in Horrorgeschichten. „Tower of Evil“ has it all...? Nicht ganz. Dazu ist die Erzählweise oft zu stückig und zersetzt, dazu fehlen uns Helden und Sympathen, dazu ist das Setting nicht abwechslungsreich genug. Doch seiner Zeit war dieser britische Blutgeier doch deutlich voraus. Ein annehmbarer, launischer Mitternachtszirkus.
Fazit: ein waschechter britischer Zweite-bis-dritte-Reihe-Splatter-Klassiker! Ein spooky Leuchtturm, etwas nackte Haut, viele Leichen, psychedelische Lichter, noch mehr Nebel und am allermeisten genug dichte Atmosphäre - „Tower of Evil“ ist ein zu früh gekommener Gothic-Slasher irgendwo zwischen „The Fog“ und „Theatre of Blood“. Bizarr, blutig und böse. Schade, dass die Figuren einem sehr fern bleiben und die Erzählweise unnötig verschachtelt scheint. Da hätte ein echter Hit drin gewesen sein können!