Max Schmeling, gespielt von Henry Maske, ist einer der besten Boxer seiner Zeit, weswegen die Nazis in ihm ein wirkungsvolles Propaganda-Mittel sehen. Da er jedoch mit den Ideen Hitlers wenig anfangen kann, Juden hilft, einen jüdischen Manager hat und permanent im Ausland boxt, wird er schließlich als Soldat in den Krieg geschickt.
Auch Kafka und van Gogh wurden zu Lebzeiten unterschätzt. So oder so ähnlich wird sich Uwe Boll nach seiner goldenen Himbeere als schlechtester Regisseur des Jahrhunderts wohl immer wieder motivieren, neue Filme zu drehen. Er hat sich bisher hauptsächlich billig produzierten Computerspielverfilmungen gewidmet, die er schnell und am Fließband runtergedreht hat, weswegen diese schlecht ausfielen. Beim Biopic "Max Schmeling" bemüht er sich hingegen durchaus, scheitert diesmal aber an seinem Unvermögen.
Uwe Boll ist einfach kein Geschichtenerzähler. Er hat eine relativ interessante Biografie einer schillernden Persönlichkeit, schafft es jedoch zu keinem Zeitpunkt, seinen Film unterhaltsam und mitreißend zu gestalten. Sein narratives Unvermögen zeigt sich überdeutlich bei der Rahmenhandlung in Griechenland, die im Grunde überhaupt nichts mit dem Plot zu tun hat, aber eingebracht wird, weil Boll nicht so recht zu wissen scheint, wo er ansetzen soll. Ansonsten handelt es sich hier um eine Nacherzählung der Stationen im Leben des Boxers, die ohne Esprit daherkommt, ohne echte Höhepunkte. Vor Pathos trieft das Ganze auch gelegentlich, Schmeling wird in ein allzu positives Licht gerückt und die Einbettung in die Nazi-Zeit gelingt ebenfalls kaum, weil Boll auch hier nichts einfällt. Da auch die Dialoge zu wünschen übrig lassen, scheitert "Max Schmeling" inhaltlich wie erzählerisch auf ganzer Linie.
Die Besetzung der Hauptrolle mit Henry Maske, die Boll wohl für eine sehr gute Idee gehalten haben muss, ist ebenfalls ein miserabler Schachzug. Maske passt weder in die Rolle noch in den Film, wirkt wie ein Fremdkörper und spielt derart hölzern, dass man schreien möchte. Maske bleibt eben Maske und wird nie Schmeling, sodass der Protagonist, auf dem eigentlich der Fokus des Films ruhen sollte, zur Nebenfigur verkommt, während die übrigen Darsteller, zu denen unter anderem Heino Ferch gehört, ordentlich aufspielen, aber nichts von dem was Maske verbockt schmälern können.
Während auch der Score zu keinem Zeitpunkt den Film zu beleben vermag, keine Atmosphäre erzeugt und seltsam blass bleibt, wie das gesamte Projekt, sind es einzig die Box-Szenen, für die sich das Ansehen im Ansatz lohnen könnte. Diese sind realistisch und verglichen mit "Rocky" und anderen Genrefilmen nicht so stark übertrieben. Aber wenn man ehrlich ist, will man im Kino keine 0815-Boxkämpfe sehen, die laufen schließlich auch bei RTL, zumal Boll sie solide aber nicht wirklich gut in Szene setzt.
Fazit:
Henry Maske verliert hier den Kampf gegen sein darstellerisches Unvermögen haushoch. Damit scheitert die Biografie von Max Schmeling im Grunde bereits, doch die schwache Story, Bolls erzählerischer Totalausfall und allzu viel Pathos sorgen letztlich für ein regelrechtes filmisches Desaster, auch wenn Boll es hier zumindest mit besten Absichten versucht hat. Am Ende ist es aber eine miese Nacherzählung eines interessanten Werdegangs ohne Ideen und Gespür.
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