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Der deutsche Soldat Max Schmeling überführt im Zweiten Weltkrieg einen britischen Soldaten und fasst Vertrauen zu ihm. Daraufhin erzählt er dem eigentlichen Gegner seine Lebensgesichte, die seine erst Box-Weltmeisterschaft, dem 1936 geschehenen Kampf gegen Joe Louis und seiner Liebe zur Schauspielerin Anny Ondra. Auch seine Probleme mit dem Nazi-Regime, dass Schmelings Popularität zu Propagandazwecken missbrauchen will, bleiben nicht unberührt. Doch nach dem Kriegsende muss Schmeling feststellen, dass Boxen das einzige ist, was er wirklich kann. Ein Comeback ist somit das einzige Mittel, was ihm finanziell wieder auf die Beine bringen kann.

Versteh einer den Herr Boll, der zwischen seinen Computerspielverfilmungen immer mal gerne ein Biopic einstreut. Vor langer Zeit war es über Barschel, während die nächste künstlerische Periode sich der deutschen Boxlegende Max Schmeling widmet. Ich oute mich ja immer gerne als jemand der Boll recht wohlgesonnen gegenüber steht, war aber nichtsdestotrotzt von der zweistündigen Biographie doch eher enttäuscht.
Ein ganz grober Schnitzer war für mich schon die Personalie des Hauptdarstellers mit Gentleman-Boxer Henry Maske. Der Altmeister sieht zwar noch drahtig aus und vermag authentische Boxkunst hinzulegen, aber seine schauspielerischen Möglichkeiten sind doch arg eingeschränkt. Außerdem gibt er hier ein Musterbeispiel für die Notwendigkeit einer Neusynchronisation. Was er sich hier hölzern durch die Gegend nuschelt, da wäre die gefürchtete Porno-Synchro sogar beinahe ein Fortschritt.
Ansonsten wird reativ unaufgeregt seine Lebensstationen abgegangen, vom ersten WM-Titel 1930 mit dem bitteren Beigeschmacks des Sieges durch Disqualifikation des Gegners bis hin nach den Kriegsjahren. Diverse Probleme gabs natürlich mit den Nazis, denen er zu wenig arisches Verhalten an den Tag legte. Das alles wird zwar handwerklich solide photographiert, die 30er Jahre leben wirklich auf, ist aber nie wirklich packend.
Boll schafft es einfach nicht aus Maske ein wenig Gefühl rauszukitzeln, sondern belichtet einfach die einzelnen Episoden wie nach einer Strichliste. So werden zwei Stunden schonmal zu einer zähen Angelegenheit, die nie an ähnlich gelagerte Filme wie Ali herankommen. Vielleicht sollte er doch lieber mal wieder auf eine Computermesse gehen und ein paar Lizenzen zum Verfilmen an Land ziehen. 
4/10 

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