Review

Eine Bank zum Reiten, nicht zum Sitzen

„The Banker“ ist ein ultrastylischer Geheimtipp. Zumindest wenn man ein 80s-Fanatic (wie ich) ist. Irgendwo zwischen „Manhunter“ (1986), „Cobra“ und einer härteren, extended Episode von „Miami Vice“, kommt dieser Serienmörderthriller elegant-cheesy daher. Dieser fickfeuchte Krimi trägt Diors Fahrenheit. Ein hartgekochter Polizist auf der Jagd nach einem kuriosen Killer in Los Angeles, der barbarisch Arbeiterinnen im Sexgewerbe ermordet und ihnen seltsame indianische Zeichen in den Körper ätzt…

Wäre gerne ein (Michael) Mann - ist aber eine Memme?

Genau meine Tasse Neontee. Das dachte ich mir öfters bei „Der Banker“, der zwischen Hannibal Lector und Gordon Gekko ein echtes Baby seiner Zeit ist. Voll 80er, voll cool. Zum Grossteil zumindest. Die Designs, die Farben, die Anzüge, die Synthesizer. Der Matratzensport. Nicht von schlechten Eltern. Ganz und gar nicht. Das ist stylisch, das ist sexy, das ist brutal. Robert Forster war einer der coolsten Typen unter der Sonne. In seinen besten Momenten erinnert das an Friedkin oder Ferrara. Nur deutlich oberflächlicher und uneigener. Dennoch sehr lässig, stahlhart und mit eisig-blauen Augen. Ein wirklich ungewöhnlicher Mörder, mit Gier auf Geld wie Gore, der einen manchmal eher an Bruce Wayne als an Patrick Bateman erinnert. Kein wirklicher Horrorfilm, aber erstaunlich unbekannt, unbeliebt, underrated. Konnte ich viel mehr mit anfangen als zuvor gedacht. Auf „The Banker“ gibt’s mittlerweile Zinseszinsen. Vielleicht kein Rohdiamant, aber eine matte Perle seiner Epoche. Grau-meliert und gut im Bett. Damit könnt ihr auftrumpfen, wenn eure Kumpels meinen, sie kennen alles (Gute) aus dem Aerobic-Jahrzehnt. 

Die City Natter

Fazit: Schulterpolstern und Wall Street, Fitness und Stripschuppen, Saxophones und toughe Cops, Discos und Strapse, Sportwagen und Sonnenbrillen, Serienmorde und Käse - „The Banker“ ist ein Kokskind seiner Zeit. Und gar nicht mal übel. 

The Most Wealthy Game

Details
Ähnliche Filme