Review

In der Nachbarschaft geht ein Killer um. Er tötet wahllos und auf überaus brutale Weise. Was niemand ahnt: der Killer ist eine Sie. Eine junge, unbekannte Frau, die frisch in das Städtchen gezogen ist. Auch Don und seinen Kumpels stattet die hübsche Maid einen blutigen Besuch ab…

NEIGHBOR (ohne „u“, also die US-amerikanische Version des Wortes) lautet der Titel des Films, einem Low-Budget-Splatterslasher ohne Sinn und Verstand. Und ohne Spannung und vernünftige Handlung obendrein. Die Story ist wahrlich super bescheuert, das kommt schon sehr früh raus. Allein erzähltechnisch ist der Streifen ein einziges Durcheinander: mitten in einer Folterszene wird eine Art Traumsequenz eingefügt, ein bizarrer Sprung in die Zukunft, sozusagen in ein theoretisches Leben nach dem Blutbad. Ist allerdings alles nur der Komatraum eines Opfers, wie sich schnell herausstellt. Dieser Einschub ist ebenso lächerlich wie unnötig, ferner übersteigt er das Können der miserablen Schauspieler bei weitem. Apropos Schauspieler: die Schauspieler sind beschissen! Das einzig Gute am Film sind – Wunder oh Wunder – seine fiesen, nett gemachten und übertrieben brutalen Splatter-FX. Deren Highlights:
- Augenlider, die in „Clockwork Orange“-Manier festgetuckert werden
- Mundwinkel, die mittels Säge erweitert werden
- eine Kniescheibe wird per Pizzaschneider entfernt
- in einen Pullermann wird ein Plastikstab gestopft bis das Blut sprudelt
Furchtbar brutal und auch ganz schön widerlich, wie es kaputte Splatterheads eben lieben. Wer LAID TO REST oder MARY HATCHET gesehen hat, dürfte sich eine grobe Vorstellung von dem machen können, was hier so geboten ist.

Die Thematik des Films – junge Frau bricht bei Nachbarn ein, spielt etwas heile Welt und foltert sie zu Tode – ist nicht neu, erreichte uns sogar erst kürzlich in weitaus ansehnlicherer Form. In DREAM HOME mordete die Protagonistin aus Neid und Perspektivlosigkeit heraus. In THE LOVED ONES wünscht sich ein junges Mädchen nichts sehnlicher als den perfekten Abschlussballabend. Das Motiv, mit dem die Killerin in NEIGHBOR ihr blutiges Werk verrichtet, dürfte aber wohl am besten mit folgendem Zitat ergründet werden:

Opfer:    „Warum?“
Killerin: „Warum? Warum? Also weil… Ist doch jetzt auch egal!“


Wäre die Killertussi etwas geiler, könnte man über vieles hinwegsehen. So bleibt's aber beim Fazit:
Hirnloser Foltermarathon! Wirklich nur was für Gorehounds.

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