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Dre Parker war einer der beliebtesten Jungen in seiner Heimatstadt Detroit, aber als seine Mutter einen neuen Job im Ausland antritt, verschlägt es den 12-Jährigen nach China. Kaum in Peking angekommen, verliebt sich Dre in seine Klassenkameradin Mei Ying. Doch schon bald müssen die beiden die Erfahrung machen, dass ihre kulturellen Unterschiede eine solche Freundschaft unmöglich machen. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, macht sich Dre durch seine Gefühle für Mei Ying auch noch den Klassenrüpel Cheng zum Feind. Mitten in der Heimat des Kung Fu und mit nur wenigen Karate-Kenntnissen, wird Dre von Cheng, der ein geübter Kung-Fu-Kämpfer ist, mit Leichtigkeit umgehauen. Allein ohne Freunde in einem fremden Land, hat Dre niemanden, an den er sich wenden kann, außer dem Hausmeister der Schule, Mr. Han, der insgeheim ein berühmter Kung-Fu-Meister ist. Han bringt Dre bei, dass es beim Kung Fu nicht um das Austeilen von Schlägen und Abwehren von Angriffen geht, sondern um Reife und innere Ruhe. Und Dre erkennt, dass es der Kampf seines Lebens wird, wenn er sich gegenüber Rivalen wie Cheng künftig behaupten will.

Schön das Will Smith für seinen Bub endlich ein lukratives Hobby gefunden hat und wir schon heute einen Blick auf den Hauptdarsteller von Men in Black VI und Bad Boys IV werfen durften. Aber genug gelästert, der Kleine schlägt sich gar nicht so schlecht, auch wenn er zu Beginn reichlich Möchtegerncool rüberkommt ("nein ich hänge meine Jacke nicht auf"). Er übernimmt in dem Remake die Rolle des Daniel Larusso, auch wenn er vier Jahre Jünger ist als dieser und Jackie Chan macht als braver Hausmeister den Mr. Miyagi.
Bis auf kleinere Änderungen hält sich Harald Zwart an die Geschichte des Originals. Die Protagonisten sind zwar deutlich jünger und die Story wurde mal eben nach China exportiert. Aber speziell der Turnierverlauf hält sich strikt an die Vorgaben. Was ich allerdings nicht verstehe ist, das man die ganze Nummer auf beinahe zweieinhalb Stunden künstlich aufblasen mußte. Besonders die vielen Szenen der Teenagerliebe (klar alle die Karate Kid anschauen, wollen sich stundenlang 12jährige Kids beim anschmachten anschauen) könnte beinahe ersatzlos gestrichen werden, denn der Schulrowdy hätte auch locker andere Gründe gefunden den vorlauten Ami eine Watschn zu verteilen.
Punkten kann Karate Kid (auch wenn hier alle Kung Fu praktizieren) dafür mit schönen Bildern der chinesischen Mauer, Bergtempeln und der verbotenen Stadt in denen die obligatorische Trainingsmontage stattfindet und vor allem mit den guten jugendlichen Kämpfern, die Jungs sind wirklich beweglich und begabt. Es ist zwar etwas unglaubwürdig das die Kids Schlaggeräusche produzieren, die in einem Bud Spencer Film auch nicht unangebracht gewesen wären, aber Schlamm drüber. Auch schön der Gag, in Anlehnung an Mr. Miyagis Fliegenfangkünste mit Eßstäbchen, als Jackie Chan sich der Fliege mit den Stäbchen nähert und dann doch mit der Klatsche in der anderen Hand zuhaut, nette Reminiszenz sowas.
Die Darsteller sind soweit ok, Jackie spielt hier mal ungewohnt eine völlig ernste Rolle, die Kids sind soweit auch ok. Wenn jetzt nur die vielen zwischenzeitlichen Längen nicht wären, gäbs von mir mehr Punkte, aber an manchen Stellen mußte einfach die Vorspultaste herhalten. Wenn man jetzt Original und Remake vergleicht, ist für mich die 84er Variante Punktsieger, mal schauen wie das Re-Remake in 18 Jahren mit Will Smiths 8 jährigem Enkel so wird.
5/10

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