Schön, wenn man mal nicht allzu viele Worte verlieren muß.
„Whiteout“ aka „Nur der Tod ist kälter“ ist ganz klar ein munterer Klon aus den ersten zwei „Stirb langsam“-Filmen und „Cliffhanger“.
Wer mit diesem Wissen an den japanischen Actioner herangeht, der hat schon alles gesehen und kann sich flockig-locker anderthalb schöne Stunden machen, weil er ja weiß, was ihn erwartet.
Wir haben also den Mitarbeiter eines Staudamms, der gerade (ohne Mitschuld) im Schneesturm seinen Freund verloren hat, als dessen Schwester dort im tiefsten Winter eintrudelt (Cliffhanger). Gleichzeitig nehmen ein paar böse Terroristen die Staudämme als Geisel und drohen, das Umland zu überfluten, wobei keiner weiß, wie sie da weg wollen. Aber, Überraschung: die Finsterlinge wollen nur Geld (Die Hard), und nicht die Freilassung politischer Gefangener (Die Hard 2), wie zuerst es den Anschein hatte. Deswegen ist bei den Terroristen auch noch ein Plot-Twist integriert (Die Hard 2) und nachdem der Held die meisten Terroristen irgendwie platt gemacht hat, ohne ins John McClane-Martialische zu verfallen (jeder der drei Filme), gibt es am Ende noch ein Hubschrauberduell (Cliffhanger).
Die Parallelen aufzuzählen wäre im Einzelnen wirklich müßig, denn „Whiteout“ ist nicht schlecht, sondern flott und ohne große Umschweife inszeniert. Manchmal ist der Realismusanspruch ob der bösen Kälte ein wenig hemmend für den Fluß, aber dann geht es meistens immer wieder zu Sache.
Und Yuji Oda, der hier Stallone und Willis nachmacht, bringt gute Leistungen und kriegt die menschliche Seite, nicht die übermenschliche, noch besser hin als die westlichen Vorbilder.
Ganz so graphisch brutal wie im Westen sind wir auch nicht, dafür ist der Oda als Techniker bei der Ausschaltung seiner Gegner einfallsreicher, als nur auf Schußwaffen und (nicht vorhandene) Körperkraft zu vertrauen.
Insgesamt ein passabler und runder Haudrauf-Actioner aus dem Land der aufgehenden Sonne. Nichts zu meckern, außer über das Fehlen eigener Ideen. (6/10)