Immer wenn man meint, der Jochen Taubert sei mit seinen Geschichtchen durch, erscheint eine neue Trashgranate auf niedrigem Niveau. Scheinbar gibt es doch einige Fans, die seinem billigen Charme erliegen oder sich zumindest durch die einladende Prämisse hinreißen lassen. Und die klingt auch gar nicht übel, da es um menschliche Sexpuppen geht, die beim Kunden gefährliche Fehlfunktionen offenbaren.
Es ist der Konzern der Beate Truhse (Dolly Buster), der in einer festungsartigen Burg unter der Leitung von Dr. Laktos (Manoush) jene Sexpuppen herstellt und versendet.
Nach einer Rückrufaktion will ein Kunde sein Sexobjekt behalten, also wird der General (Thomas Kercmar) auf die Eliminierung der Puppe im Catwoman-Kostüm angesetzt.
Prompt verliebt er sich in sie…
Es ist einer dieser Amateurproduktionen bei denen man kaum einen Einsteig findet, da hier sämtliche Zutaten komplett dilettantisch ausgefallen sind.
Das beginnt bei den schlechten bis grottigen Darstellern, die oftmals in unbeholfener Nahaufnahme abgelichtet werden, geht über die unsäglich schlechten Computereffekte, welche Schusswunden und Explosionen beinhalten und endet bei den debilen Dialogen, deren Humorgehalt allenfalls mit einer Kiste Bier im Kopf zum Lachen anregt.
Einige Szenen sind da bereits so schlecht, dass sie schon wieder gut sind, weil jeder durchschnittliche Filmemacher etwaige Passagen streichen würde, - Taubert lässt sie nicht nur drin, er zelebriert sie geradezu.
So finden einige Ballereien statt, dazu einige Zweikämpfe und man ist zumindest die meiste Zeit über in Bewegung, wenn auch nicht gerade in flüssiger.
Hinzu kommt einige nackte Haut, Dolly Buster bewahrt uns glücklicherweise davor, indem sie nur auf der Couch sitzt, Befehle erteilt und sich schminkt, während an anderer Stelle Mumus mit Elektrokabel zur Explosion der Frau führen oder eine neue Hiobsbotschaft in den TV-News überbracht wird.
Mangelnden Ideenreichtum kann man Tauberts Groteske wirklich nicht vorwerfen, auch wenn die Umsetzung in sämtlichen Belangen nur eingefleischten Trashfreunden zu empfehlen ist.
Das unterstreichen die blechernen Popsongs, als auch einige Schlager, während der eigentliche Score in Ordnung ist und ein paar eingängige Themen zutage fördert.
Auch die Ausstattung der Requisiten und Kostüme ist für eine Produktion dieser Art in Ordnung, nur eben die furchtbaren CGI gehen von vorne bis hinten überhaupt nicht, denn selbst ein einzelner Kopfschuss erscheint auf einem Screen hinein projiziert.
Also sollte man sich ordentlich einen umhängen, Gleichgesinnte einladen und sich zumindest über die Outtakes freuen, denn die lockerste Situationskomik entsteht immer noch durch Versprecher oder Umreißen von Requisiten.
Ansonsten gilt fürs Mainstream-Publikum: Einen großen Bogen einschlagen, denn spätestens, als sich zwei Typen ein Fertiggericht ins Gesicht schmieren und damit vorm Roboter ihre Leblosigkeit demonstrieren wollen, offenbart sich die unterirdische Herangehensweise und latent erscheinende Improvisation des Streifens…
4 von 10