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Taubert im (S)Exploitationland

Taubert machte einen auf Maniac Killer, sogar zweimal, doch das verkam zur Machoparade und Crashstuntshow, anstatt irgendwie an Maniac erinnert zu werden. Er pisste auf Kadaver, doch das war mehr oder weniger ein superschlechter und vorallem strunzchaotischer Wald und Wiesenunfug, der nichtmal ansatzweise seinem reisserischen Filmtitel gerecht wurde, oder an Ich spuck auf dein Grab erinnerte. Ein Psychokiller tötete Schmetterlinge, doch die Schmetterlinge waren Hausfrauen und Psychokiller wirkte eher wie Voll Normaal Suffkopp, der in seinem gelben Regenponcho sein wollte wie Ich weiss was du letzten Sommer getan hast. Er liess Piraten massakrieren, Exhibitionisten entblössten sich, er frönte Star Wars, er schuf einen Zombiefilm der nicht mal ansatzweise wusste, was er wollte, Ferdinand fuhr Ferrari und eumelte Sonnenbankmiezen und Vollnerds mit Pudelmützen spielten Rambos.

Tauberts Karriere war alles andere als unterhaltsam, doch man gewöhnte sich als Konsument seiner durch die Bank weg schlechten Machwerke allerdings weitesgehend an diesen debilen, technisch unfertigen und miserablen Mist und baute sogar gewisse Symphatien gegenüber seiner Laiendarsteller auf, die in jedem Film die ein oder andere bescheuerte Rolle bekamen.

Taubert konnte man niemals vorwarfen nicht kreativ zu sein, denn in jedem neuen Film packte er abstruse Ideen ein, und, ja da kommt leider schon das aber, es lief, so beschämend und ernüchternd das auch sein mag, immer auf das gleiche Hinaus, verkam das Ganze nach geraumer Zeit, so mühevoll er doch eine Geschichte meiseln wollte, zu einem wirren Kasperletheater, in dem sich die Darsteller auf freiwillig komischer Basis zum Äffchen machten, aber ohne dabei nur mal annähernd lustig zu sein, oder dem gerecht zu werden, was sie erreichen wollten.

Tauberts Filme waren nie ernst gemeint, oder wollten überhaupt professionell wirken. Sie waren Trash, aber eben leider schlechter Trash, der schon viel zu schlecht war, um unterhaltsam zu sein. Und dabei gab er sich Mühe. Gewissen Flair, einen gewissen Charme und Reiz konnte man seinen billigen Hochzeitshandcameraspielfilmchen nie abschlagen, doch es war dennoch ermüdend.

Tauberts neuster Film steht dem leider in nichts nach, doch und da kommt das nächste aber, er ist sogar unterhaltsam, und er ist handwerklich, filmtechnisch und von seiner erzählerischen Aufarbeitung so weit so gut nachvollziehbar und auch ansehnlich, denn anstatt wieder seine gewöhnliche Camoptik aufleben zu lassen, verpasst er Underworld Cats einen dreckigen, den 70er Jahre Exploitationfilmen nahestehende Optik, als würden wir uns in einem Grindhousereisser befinden. Das schmeckt uns zumindest und passt auch irgendwie zur Thematik, denn Underworld Cats präsentiert sich als sexuell ausgerichteter Trashstreifen, der Frankensteinelemente aufarbeitet, leichte Scifi - Ausflüge annimmt und eigentlich eher in die Ecke der japanischen Bikinikillergirls passen würde, die mit Streifen wie Big Tits Zombies gerade gross im Rennen sind.

Taubert wirft uns in ein irres Spektakel aus Wissenschaftler, mit darunter die schauspielerisch zumindenst aus dem Sumpf des sonstigen talentfreien Casts herausragende Manoush, die für die Beate Truhse Company unter Führung von Dolly Buster, menschenähnliche, weibliche Robtorer entwickelt, in reizvolle Catwoman - Kleidung gesteckt, um für verzweifelte Männers eine Bereicherung zu sein, schliesslich vollführen die netten, hilfsbereiten und hübschen Roboterkätzjen auch gerne Geschlechtverkehr, scheissegal, wie fett, hässlich, dumm und klein man auch ist.

Und ja, diese Choose ist so abgespaced, dass sie sogar Spass macht. Die Puppen, und das ist der Knackpunkt für die Story, sind fehlerhaft, fangen irgendwann zu rebellieren, und sind gar nicht mal so sanft, wie sie wirken. Action ist dabei garantiert, wenn auch meistens gar nicht mal so flüssig, dass man diese viele Action als Pluspunkt des Filmes betrachten kann, aber alle die auf nackte, leichtbekleidete Frauen stehen, die mit dicken Wummen aufmarschieren, dem sei Underworld Cats zumindest halbwegs ans Herz gelegt. Sofern man so anspruchslos sein sollte und auch die superschlechten CGI Effekte nicht sonderlich störend finden sollte. Die schippen nämlich, so willkürlich der ganze Ablauf der Story wieder Tauberttypisch zur wahren Chaostheorie verkommt, wie wild im Raum umher, ohne dabei annährernd realistisch zum Geschehen zu sein. Aber was erwarten wir auch von einem Mann, der über 12 Filme hinweg keine gescheiten Handmade Splattereffekte hinbekommen hat.

Dicke Brüste, knackige Ärsche, Katzenmiauen, viel CGI Blut, an manchen Stellen nette Situationskomik mit den Miezen, die sich wie stacksige Zombieroboter bewegen, viel Chaos, stellenweise viel Softsex oder eine gewisse Andeutung davon, viel Geballerrei und und und. Das macht diesen Film aus, der eigentlich nur von seinen Cats lebt, die sogar niedlich und süß in ihrer trashigen Darbietung wirken, solange sie nicht ihren Mund aufmachen, oder ihre Maske abnehmen. Aber dennoch hat sich Taubert bei seiner Frauenauswahl arg verbessert sodass die Frauen zumindest eine Ausstrahlung einer Kassiererin haben, statt einem vergammelten Backfisch.

Underworld Cats macht irgendwie Spass, auch wenn man sich immer noch mit chaotischem Ablauf, miserablen Effekten, schlechter Situationskomik, dämlichen Proletenfäkalhumor, miserablen Darstellern, der immergleichen 90er Jahre Dorftrotteltechnomusik, schlechtem Schnitt und etwas stoischer Gestik abgeben muss. Underworld Cats ist gewollter Trash, der zumindest aufgrund seiner nackten und zeigefreudigen Superkampfmiezen halbwegs unterhaltsam ist. Eine merkliche Steigerung für Taubert, da der Film in sich weiss was er möchte und weitesgehend linear verläuft. Über all die anderen Negativpunkte, und das sind wahrlich noch genug, kann man sich streiten, aber der Film nervt nicht, sodass man hier als Amateuractionfan gern reinschauen sollte, solang man auch ein Faible für Tittentrash hat.

(5/10)

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