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Thor (Zachery Ty Bryan, "Hör' mal, wer da hämmert") und seine Gefährten brechen zu neuen Ufern auf, auf der Suche nach Ruhm und Ehre. Sie finden auch neues und scheinbar unbewohntes Land. Doch dann kehrt einer ihrer Späher nicht zurück und die Nordmänner treffen auf verängstigte Bewohner, die von wilden Bestien tyrannisiert werden. Thor hat immer wieder Visionen und Freyja deutet sie so, dass er sich auf die Suche nach dem Hammer Gottes begeben soll. Also brechen die Krieger auf, um durch die mächtige Waffe den Spuk zu beenden...


Um es gleich einmal vorwegzunehmen, man sollte bei dieser ziemlich offensichtlich sehr niedrig budgetierten Produktion seine eigenen Erwartungen deutlich im Zaum halten, denn es ist bei weitem kein filmisches Highlight, das sich dem Zuschauer hier offenbart. Allerdings werden die streckenweise vernichtenden Kritiken die im Netz kursieren, dem Film auch nicht ganz gerecht, beinhaltet er doch zumindest einen recht kurzweiligen Unterhaltungswert, den man mit einer durchschnittlichen TV-Produktion gleichsetzen kann. Die Geschichte an sich ist durchaus interessant, nur hapert es doch ziemlich gewaltig an einer wirklich guten Umsetzung, was im Prinzip die gesamte Laufzeit über mehr als offensichtlich zum Vorschein kommt. So baut sich beispielsweise zu keiner Zeit eine wirklich konstante Spannungskurve auf, das Geschehen verläuft vielmehr äusserst vorhersehbar und ist auch nicht gerade mit Höhepunkten gespickt, die man besonders hervorheben könnte. So plätschert dann auch die Geschichte eher vor sich hin und beinhaltet auch bis auf ein paar wenige Kampfszenen keinerlei erwähnenswerte Actionmomente. Und selbst die vorhandenen Kämpfe beinhalten nicht unbedingt viel Qualität, sondern hinterlassen viel eher den Eindruck seltsam gestellter Szenen, was auch ganz bestimmt im recht hölzernen Schauspiel der Darsteller zu brgründen ist.

Beim Darsteller-Ensemble handelt es sich ganz generell um Akteure, die wohl nur die Wenigsten kennen werden, was aber letztendlich auch nicht sonderlich verwundert, da das Geld für diesen Film wohl doch nicht unbedingt im Überfluss vorhanden war. Dies merkt man auch an allen Ecken und Enden, dabei ist es vollkommen egal, ob man an die spärliche Ausstattung oder die sehr billigen Effekte denkt, die hier präsentiert werden. Insbesondere die Verwandlungsszenen der sogenannten Bestien fallen dabei ganz besonders im Auge, handelt es sich doch um nichts anderes als Werwölfe, die durch ein extrem kitschiges Aussehen in Erscheinung treten und alles andere als Grauen und Furcht verbreiten. Dadurch erhält der Film allerdings auch einen schön trashigen Anstrich, so das eine bestimmte Zielgruppe unter den Zuschauern durchaus auf ihre Kosten kommen könnte. Entsteht doch in etlichen Momenten eine Art unfreiwilliger Komik, die den Ereignissen insgesamt recht gut zu Gesicht stehen.

Regisseur Todor Chapkanov hat mit "Thor - Der Hammer Gottes" immerhin einen Film auf den Weg gebracht, der streckenweise ganz nett unterhalten kann, allerdings muss man wirklich mit sehr geringen Erwartungen an dieses Werk harangehen, um später keine Enttäuschung zu erleben. Echte Spannung oder gar eine authentische Atmosphäre für die damalige Zeit kann man hier nicht erwarten, viel eher entsteht ein oft gekünstelter Eindruck der Ereignisse, die ohne jegliche Highlights erzählt werden. Da regt man sich dann auch nicht mehr über das ungelenke Schauspiel auf, das einem die Akteure hier anbieten und das phasenweise schon ein wenig zu theatralisch wirkt. Nimmt man dann noch die wie abgelesen erscheinenden Dialoge mit dazu, kann man sich ungefähr vorstellen, in welcher Liga man sich bei diesem Film bewegt.

Trotz dieser ganzen eher negativen Punkte muss ich aber sagen, das die Laufzeit wie im Flug vergangen ist und ich sehr kurzweilig unterhalten wurde. Für einen Film den man sich einmal zwischendurch anschaut, ist dieses Werk jederzeit geeignet und Langeweile kommt erst gar nicht auf, denn das wird allein schon durch die trashige Note verhindert, die der Geschichte beiwohnt. Zu mehr langt es aber auf keinen Fall, denn "Thor - Der Hammer Gottes" ist ganz bestimmt keine Produktion, die man sich unbedingt mehrmals anschauen muss.


Fazit:


Hölzerne Darsteller, keine wirkliche Spannung und äusserst billige Effekte sind nun nicht gerade Argumente dafür, das man sich diesen Film einmal zu Gemüte führt. Wäre da nicht die unfreiwillige Komik und die herrlich trashige Note, die diese Produktion inne hat. Denn dadurch wird "Thor - Der Hammer Gottes" insbesonder für Trash-Liebhaber wieder interessant, die ganz sicher ihren Spaß an dieser ansonsten unterdurchschnittlichen Geschichte haben werden, die sich maximal auf durchschnittlichen TV-Niveau ansiedelt.


5/10

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