Ein Astronaut landet mit seinem Auto vom Weltraum aus startend auf einem Planeten, auf dem er seiner in einem einsamen Herrenhaus wartenden Tochter schon bald eine grüne Kugel schenkt. Doch aufgepasst: Die grüne Kugel - wär hätte es denn nicht kommen sehen - besitzt eine Persönlichkeit und tötet sogleich mal den Astronautenautofahrerknilch. Die Kugel ist nämlich niemand Geringeres als das personifizierte Böse. Und da die Tochter des nunmehr Toten eigentlich keinen Ausweg mehr aus ihrem Verderben hat, eröffnet die Grüne Kugel, die gerne auch mal Loc Nar genannt werden möchte, eine spannende Geschichtsstunde, die sechs Geschichten um das grüne Rund beinhaltet. Also erfährt das schockierte Mädel von abgehalfterten Taxifahrern, drogensüchtigen Außerirdischen, Weltkriegsgeschichten und jeder Menge vollbusiger Schönheiten.
"Heavy Metal" ist also als Episodenfilm zu betrachten, dessen übergeordnete Geschichte nur noch als zweckdienlich bezeichnet werden kann. Dabei sind die einzelnen Episoden direkt den Originalcomics entsprungen und überzeugen vielleicht nicht gerade durch grandiose Storylines aber durch jede Menge eigenen Charme. Die Stories sind herrlich abwechslungsreich; mal mit einer gehörigen Prise Humor, mal etwas düster. Thematisch sollte man sich auf Sci-Fi und Fantasy Kost einstellen, ohne dass die ausgelatschten Klischees zu sehr bediehnt werden. Vollends verschont bleibt man aber trotzdem nicht. Teilweise fällt den Geschichten ihr Comiccharakter auch dezent auf den Fuß, da sie oberflächlich und gehetzt wirken. So wird aber zumindest Langeweile unterdrückt. Die finale Episode rund um die superheiße Tarna überzeugt aber auf ganzer Linie.
Der Film wird von seinem exquisiten Soundtrack getragen, der mit seinen zeitgenössischen Stücken von Black Sabbath, Sammy Hagar und anderen quasi den Charakter des Streifens vorgibt. Die Produzenten ließen sich aber nicht lumpen und verließen sich nicht nur auf diese coolen Stücke; es wurde darüber hinaus auch noch ein grandioser Score fertiggestellt.
Die Animationen sind selbstredend ganz schön gealtert und werden mittlerweile von einer zweitklassigen Produktion ausgestochen. Nichts desto trotz besitzen die Einzelzeichnungen einen eigenen, tollen Charme. Für einige Kamerafahrten um Frauenkörper herum hat man auch zuvor richtige Aufnahmen von Frauen gemacht, wovon die Szenen stark profitieren. Überhaupt bekommt man in diesem Film ein paar der schönsten Comicfrauenkörper überhaupt zu Gesicht.
"Heavy Metal" ist einer der wichtigsten Zeichentrickfilme überhaupt, da er ziemlich kompromisslos auf dünne, aber charismatische Storylines setzt. Die Verknüpfung über eine Grüne Kugel ist natürlich etwas ungeschickt und plump, aber ein bisschen Trash macht sich noch lange nicht schlecht. Die plakative Darstellung von Gewalt, der herausragende Soundtrack und Score, der abgedrehte Humor und das gewisse Maß Sex machen diesen Film zu Kult.