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Du meine Güte, was ist das bloß wieder für ein "Kultfilm"? Ich war im Vorfeld wirklich sehr neugierig auf den Film, da ich eigentlich immer sehr gut auf spezielle Zeichentrickfilme zu sprechen bin. Nun muss man erst mal ganz klar sagen, dass "Heavy Metal" kein Anime ist, obwohl es manche Schlauberger bei Amazon schreiben. Der Film wurde im Jahre 1981 von Gerald Potterton und Jimmy T. Murakami kreiert. Murakami könnte für manche Zeichentrickfans ein Begriff sein, denn Dieser hat das unfassbare Meisterwerk "Wenn der Wind weht" ins Leben gerufen, Welches für mich einer der besten Zeichentrickfilme für Erwachsene ist. Doch 5 Jahre vor diesem Meisterwerk kam erst mal "Heavy Metal" und man bekommt den Eindruck, als sei Murakami zu dieser Zeit noch etwas grün hinter den Ohren gewesen. Seien wir doch mal ehrlich, was bietet dieser Film schon Großartiges? Wir bekommen eine grüne Kugel zu sehen, die das ultimative Böse darstellen soll. Diese grüne Kugel erzählt einem kleinen Mädchen dann ein paar Geschichten, die sich alle grundlegend unterscheiden. Alle Geschichten sind total verschieden und spielen in unterschiedlichen Zeitepochen. Einzige Gemeinsamkeit ist eben die besagte grüne Kugel, die immer eine überaus wichtige Rolle in der jeweiligen Geschichte spielt. Als ich die erste Geschichte sah, dachte ich noch, dass dieser Film bestimmt eine nette Abendunterhaltung wird. Doch auch diese Geschichte bekommt gerade gegen Ende einfach nichts mehr auf die Reihe. Der Taxifahrer ist auch so ziemlich die einzige Figur, die so ein bisschen Interessantes vorweisen kann, der ganze Rest ist wirklich zum Davonlaufen. Besonders bei den weiblichen Figuren hat man sich nur auf das Eine reduziert. Alle, wirklich alle Frauen, die man in diesem Film sieht, sieht man MINDESTENS 1x nackt oder in irgendeiner aufreizenden Pose. Alle wirken wie sexbesessene Orgasmus-Hexen, die mit jedem daher gelaufenen Wesen in die Kiste springen. Das fängt harmlos an mit der Rothaarigen aus der ersten Geschichte die, kurz nachdem ihr Vater erschossen wurde, gleich mal mit dem Taxifahrer ins Bett hüpft und endet in einem absurden Theater, wo eine Frau von Aliens entführt wird und erst mal mit einem Roboter, der wie ein Mülleimer aussieht, ins Bettchen hüpft und zudem noch eine jüdische Hochzeit mit ihm will (ja, sie fragt ihn tatsächlich ob er beschnitten ist!!! Ja, das passiert wirklich!!!). Zwischendurch bekommen wir dann noch Kurzgeschichten zu sehen, wo entweder ein Streber durch die Zeit zurück reist und dort ein Riesen Muskelpaket ohne Kleider ist oder eine Geschichte um einen Weltraumhelden, der wegen Mordes vor Gericht steht. Der Zeichenstil ist, milde ausgedrückt, ein Witz, auch für das Jahr 1981 überhaupt nicht, aus meiner Sicht, vertretbar. Zwar fand ich den variierenden Zeichenstil, zwischen den einzelnen Kurzepisoden, sehr stilvoll, aber der gesamte Grundstil war viel zu lieblos hin geklatscht. So erleben wir Figuren die, mit Sicherheit nicht gewollt, immer wieder mal die Farben wechseln. Mal ist eine Figur weiß, dann dunkelbraun, auch mal grau und dann wieder weiß und so ähnlich verhält es sich auch bei den Hintergrundfarben. Das besondere Bonbon gibt es dann in der letzten Geschichte, wo eine schweigsame, halbnackte Kriegerin ein paar Leute rächen darf und dabei auf ihrem hässlichen Vogel ein paar komische Wesen niedermetzeln darf, natürlich nicht ohne sich vorher ein paar mal nackt zu zeigen. Dann kommt die große Auflösung und wir bekommen eine Abschlussszene zu sehen, die nicht mal ein ironisches "aha" in mir auslösen konnte. Der ganze Film reduziert sich selbst nur auf bodenlose Gewalt, alberne Sexszenen und völlig absurden Dialogen.
Wer ein Fan von Ralph Bakshi Filmen ist (Feuer & Eis, Cool World, Fritz the Cat), könnte hier vielleicht gut bedient werden, da dieser Film total ein seine Werke erinnert. Wer ansonsten ein Fan von anspruchsvollen Zeichentrickfilmen ist, die sich eher an Erwachsene richten, sollte dann doch lieber zu so großartigen Werken wie "Animal Farm", "Unten am Fluss" oder "Felidae" greifen. Allerdings werden Heavy Metal Fans (Musikrichtung) hier bestimmt einiges zu Feiern haben, denn die Musik ist wirklich erste Sahne. Das muss man dem Film schon lassen.


Fazit : Wachen wir doch mal auf, mehr als gute Musik, viel nackte Haut, sinnlose Gewalt und alberne Sexszenen hat dieser Film nun wirklich nicht. Der Film wirkt beinahe schon sehr pubertierend und war für mich eine unerwartete Enttäuschung. Der Kult ist mir demnach ein Rätsel. Mit viel Gnade lass ich den Film noch als Mittelmaß durchgehen, da er immerhin sich von anderen Zeichentrickfilmen gravierend unterscheidet.



5/10

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