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"Clownhouse" ist das Regiedebüt von Victor Salva, der erst durch "Jeepers Creepers" richtig bekannt wurde. Er schrieb selbst das Drehbuch und produzierte diesen atmosphärischen B-Horror, der es bei uns nur auf Video schaffte. Wirklich schade, denn "Clownhouse" ist absolut gruseliges 80er Jahre Entertainment, das auch ohne Blut auskommt. Salva bewies hier schon das Talent Spannung zu erzeugen, jedoch musste er sich sieben Jahre gedulden, bis er das nächste Mal auf den Regiestuhl durfte.

Casey (Nathan Forrest Winters) hat schon immer Alpträume von Clowns. Nun muss er mit seinen beiden Brüdern Geoffrey (Brian McHugh) und Randy (Sam Rockwell) auch noch in den Zirkus. Danach sind sie völlig alleine im Haus, denn die Eltern sind geschäftlich unterwegs. Das nutzen drei geisteskranke Mörder (Michael Jerome West, Byron Weible, David C. Reinecker) gnadenlos aus. Sie ermorden drei Clowns und verkleiden sich als Selbe. Casey sieht das Unheil voraus, doch seine älteren Brüder wollen ihm nicht glauben. Plötzlich sind sie im Haus eingeschlossen und werden von den Killerclowns attackiert.

Salva pfeift hier auf jegliche Erklärung. Wir erfahren nicht wie die Irren fliehen konnten, nicht warum sie in der Anstalt sind, keine Namen und wir bekommen nur den Anführer ohne Clownmaske zu Gesicht. Jegliche Motivation des Trios bleibt im Dunkeln. Warum sie sich gerade die Collins-Brüder als Opfer raussuchen und weshalb sie sich als Clowns verkleiden. Salva beantwortet nichts, auf jeden Fall ein Grund warum "Clownhouse" so spannend daherkommt. Der Zuschauer muss sich seinen Teil selbst denken. Nur eines weiss man mit Sicherheit, die drei Irren wollen die Kids wirklich umbringen, doch das geschieht erst in den letzten zwanzig Minuten.

Sichtlich ließ sich Salva durch John Carpenters "Halloween" inspirieren. Sehr lange bereitet er den gruseligen Showdown vor und zieht dabei die Spannungschraube kontinuirlich an. Es beginnt mit Alpträumen von Clowns, geht weiter mit einem Besuch im verhassten Zirkus. Casey hat schreckliche Angst vor Clowns, sein Bruder Geoffrey steht zu ihm, nur Randy nutzt die Situation aus, um Casey einzuschüchtern. Und natürlich sind die Eltern diese Nacht nicht da. Die drei Ausbrecher töten derweil die Clowns und schmeissen sich in die Maske. Jegliche Morde in "Clownhouse" verlaufen unblutig, oder Im Off, nicht mal die Leichen bekommt man zu Gesicht. Der Bodycount bleibt niedrig, denn ausser den drei Clowns wird nur noch ein weiteres Opfer auserkoren. Aber auch "Halloween" kam mit wenigen Opfern aus und setzte stattdessen auf Atmosphäre.

Genauso hier, denn wir befinden uns in einem kleinen Dorf. Das große Haus, in dem sich die Collins-Brüder aufhalten liegt in einer ruhigen Siedlung. Zwischendurch lässt Salva die drei Mörder immer wieder durch das Bild huschen. Doch so plötzlich wie sie kamen, verschwinden sie auch immer. Anfangs zeigen sie sich nur Casey, aber seine Brüder glauben ihm nicht. Erst im letzten Drittel stürmen die Clowns das Haus. Man versteckt sich, hetzt sich durch die vielen Zimmer und wehrt sich mit allem was man hat. Ein wenig störend dabei ist, dass die Irren so leicht zu übertölpeln sind. Wie das Ganze ausgeht weiss man auch, trotzdem sind diese 80 Minuten verdammt spannend.

Bei den Darstellern besteht auch kein Grund zur Klage, selbst die Jungdarsteller machen ihre Sache gut. Nur Randy, alias Sam Rockwell stört ein wenig das Geschehen. Andauernd schüchtert er seine beiden jüngeren Brüder ein und sein Gequatsche geht mit der Zeit auf die Nerven. Aber er ist die einzig richtig bekannte Komponente, die restlichen Darsteller tauchten in diversen Nebenrollen schon mal auf.

Salva lässt bewusst viele Fragen offen und sein Konzept erinnert an Carpenters "Halloween". Aber er hat gut geklaut, denn "Clownhouse" bietet Grusel vom Feinsten, ganz ohne blutige Goreeffekte. Kulisse und Score versprühen pures 80er Jahre Feeling und selbst die Clowns wirken bedrohlich. Dank der ultrakurzen Laufzeit kommt keine Langeweile auf, auch wenn Salvas Inszenierung sehr langsam ist. Ein kleiner Geheimtipp für alle, die atmosphärischen und altmodischen Horror mögen.

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