Hilfe die Clowns sind los! Oh ja, Clowns können wirklich unheimlich sein, besonders dann wenn sie außerhalb ihres eigentlichen Umfeldes auftauchen, wie z.B. vor deiner Haustür. Genau das hat sich auch Victor Salva („Jeepers Creepers“) gedacht und den kleinen aber feinen Horrortrip „Clownhouse“ abgedreht.
Es läuft klassisch. Aus der örtlichen Hirnianstalt fliehen drei besonders finstere Kandidaten und sind dank eines umherziehenden Zirkus nun inkognito unterwegs. Schnell noch in die Clownkostüme geschlüpft und ab dafür. Alles sehr zum Leidwesen der drei Collins Brüder, die eigentlich ein elternfreies Wochenende verbringen wollten. Doch nun steht Ihnen ein Höllentrip bevor, denn die Clowns haben sich drei neue Spielzeuge auserkoren.
Victor Salva schafft es tatsächlich mit seinem Kindehorror, dass sich der Zuschauer in den Terror den die drei Kids durchleben müssen hineinversetzt. Einige verspielte Kameraeinstellungen verstärken das Gefühl noch. Zusätzlich zelebriert Salva einige wirklich spannende Szenen, wie die unbemerkte Verfolgung des kleinen Casey durch den Wald oder die finale Hetzjagd durch das Haus. Alles eingefangen mit schönen Kameraeinstellungen vor glaubhaften Kulissen. Gekonnt spielt er immer mal wieder mit der Erwartungshaltung der Zuschauer und serviert eben gerade nicht das, was man gerade erwarten würde. In diesem Sinne vorbildlich.
Ankreiden kann man „Clownhouse“, dass er hier und da etwas zu lange braucht, um in die Socken zu kommen. Etwas mehr Tempo wäre schön gewesen. Der Soundtrack untermalt zwar die düstere Stimmung des Films, wirkt stellenweise aber etwas billig produziert. Dies wird besonders in der Produktion der Zirkusmusik deutlich. Selbiges trifft auch auf die deutsche Synchronisation zu, die etwas charismatischer hätte ausfallen dürfen. Ansonsten gibt sich „Clownhouse“ eher zahm. Brutal geht es hier beileibe nicht zur Sache, was aufgrund der soliden Arbeit nicht weiter stört. Der Film wirkt, als wäre er ursprünglich für ein etwas jüngeres Publikum gedacht gewesen, was er in Anbetracht der düsteren Bilder aber nicht ist.
Die Jungdarsteller, auf denen das Hauptaugenmerk liegt, machen ihre Sache recht gut, wenn auch der Casey Darsteller etwas zu dauerdeprimiert in die Kamera glotzt. Die Clowns sind hingegen echt unheimlich und verfehlen ihren Zweck nicht. Sie sind ganz klar die Stars des Films. Wer Angst vor Clowns hat, sollte sich warm anziehen.
Fazit: „Clownhouse“ ist feiner Grusel aus der 80er Jahren, ohne große Eskapaden. Wer einen waschechten Slasher erwartet, der dürfte enttäuscht werden. Ansonsten aber empfehlenswert.