Review

Auf den ersten Blick bietet „Your Highness“ zwar nicht the yellow from the egg, doch mit seinen anarchischen Einschüben und dem zum Teil ungewöhnlichen Mittelalter-Vokabular unterscheidet er sich maßgeblich von den derzeit vielfach produzierten Fäkal-Humor-Gurken, die fast alle auf „… Movie“ hinauslaufen.

Die zwei ungleichen Prinzen-Brüder, der faule Thadeous (Danny McBride) und der kühne Fabious (James Franco) werden vom König auf eine Queste geschickt, um die Angetraute von Fabious, Belladonna, aus den Fängen des bösen Zauberers Leezar (Justin Theroux) zu befreien. Dabei haben sie es nicht nur mit Verrätern und Fallen zu tun, sondern auch mit der geheimnisvollen Isabel (Natalie Portman), die ihre ganz eigenen Ziele verfolgt…

Der Streifen legt von Beginn an ein enormes Tempo vor und untermauert bereits mit den comichaften Illustrationen bei den Opening Credits, wie befreiend ordinär und politisch unkorrekt die Chose verlaufen wird.
Natürlich bleiben sexistische Andeutungen zu keiner Zeit außen vor und selbstverständlich werden Witze auf Kosten von Minderheiten gemacht, doch nebenher kann die Geschichte als satirische angehauchte Hommage an die üblichen Mittelalter-Filme verstanden werden, bei der sämtliche Verlaufsmuster mit viel Augenzwinkern in ein sympathisches Licht gerückt werden.

Das beginnt mit den überzeichneten Figuren, denn Thadeous raucht mit einem Troll Gras, während sein Bruder von seinen Heldentaten berichtet und dabei ausschweifend dramatisiert.
Hinzu kommen so skurrile Gestalten wie der weiße Zauberer, der direkt aus Jim Hensons Puppenfabrik stammen könnte und sich als Gegenleistung für seinen goldenen Kompass erstmal einen rödeln lässt. Überhaupt wird viel über Sex in alle Richtungen gesprochen, wobei Begriffe wie Ficktakel, Mokka-Grotte und Schnackseln fallen.
Letztlich sind es jedoch primär das konstant hohe Erzähltempo und die vielen bizarren Stationen, welche unsere zweifelhaften Helden abklappern.

Ob in der Arena gegen eine fünfköpfige Schlangenbestie, im Irrgarten gegen einen Minotaurus oder final in der Höhle des Löwen: Es ist stets Bewegung im Spiel und zuweilen werden Messer und Schwerter für deftige Einsätze verwendet, so dass Splatterfreunde noch ein paar blutige Hiebe, Kehlenschnitt, Aufspießen und Enthauptungen erhalten.
Dabei geht die Qualität der Effekte in Ordnung, obgleich einige magische Blitze eher billig wirken und die Klinge des Einhorns etwas nach Plastik-Ummantelung aussieht.
Auch die Ausstattung und die Wahl der vielfältigen Kulissen ist solide, gleiches gilt für den Score, der das kunterbunte Geschehen adäquat antreibt.

Auf darstellerischer Ebene sind vor allem die beiden Hauptdarsteller zu erwähnen. James Franco mimt den tollkühnen Helden mit herrlich überzogener Gestik und einem stets schmierigen Grinsen, während sein Pendant Danny McBride, der auch am Drehbuch mitwirkte, den Inbegriff des lustlosen und feigen Lästermauls verkörpert. Natalie Portman macht als Amazone immerhin eine gute Figur und auch Justin Theroux ist sich als Bösewicht nicht zu schade, die Schwächen seiner Figur mit großer Spielfreude nach außen zu tragen.

„Your Highness“ wird wahrscheinlich die Gemüter spalten, denn allzu tiefsinnig fallen die Gags zugegebenermaßen nicht aus und auch die Story birgt weder Überraschungen, noch Innovationen.
Demgegenüber punkten sympathische Figuren, absurde Situationen, passable Effekte und einige kleine Splattereinlagen.
Vor allem aber ist es dieser kompromisslose und gleichermaßen charmante Umgang mit den Klischees des Mittelalterfilms, welche im Sekundentakt auf einen hereinstürzen und diesen Fantasy-Ulk so unterhaltsam erscheinen lassen.
Knapp
8 von 10

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