Inhalt:
Zwei widerliche Typen verbringen ihre Wochenenden damit, im Auto umherzufahren und Anhalterinnen aufzugabeln, die sie dann brutal vergewaltigen. Bei einer dieser Touren geraten sie anstelle einer „scharfen Mieze“ an einen Transsexuellen, den sie zwar umgehend wieder aus dem Auto werfen, nachdem sie ihr „Mißgeschick“ festgestellt haben, was sie aber auf die perfide Idee bringt, daß sich von nun an der Jüngere als Frau verkleidet ausgibt und beide zusammen als vermeintliches Ehepaar auftreten, um fortan unverfänglicher auf „Beutefang“ gehen zu können.
Im zweiten Handlungsstrang lernen wir die Ärztin Daniela (Sirpa Lane) kennen, eine feministisch ausgerichtete junge Frau, die im Krankenhaus eines der Opfer behandelt. Zugleich rückt ihr ein an den Vergewaltigungsfällen interessierter Reporter auf die Pelle, den sie zwar zunächst abblitzen läßt, aber schließlich doch auf eine Beziehung eingeht. Im weiteren Verlauf der Story spielt das jedoch keine weitere Rolle, entscheidend ist nur, daß sich die Wege der Triebtäter und der Ärztin auf unheilvolle Weise kreuzen. Nachdem die Unholde bei ihren vorangegangenen Schändigungen immer ungestraft davon kamen, und auch diesmal wieder brutal zur Tat schreiten, wird es aber im Finale ein böses Erwachen für sie geben, bei denen zwei besonders kreative Cocktails zur Geltung kommen...
Meinung:
Dieses äußerst unbekannte Machwerk von Andrea Bianchi, der den geneigten Filmfreund schon mit den extrem sleazigen Meisterwerken STRIP NUDE FOR THE KILLER (1975), MALABIMBA (1979), DIE RÜCKKEHR DER ZOMBIES (1981) und dem äußerst brutalen, aber handwerklich hervorragenden Policiottesco DIE RACHE DES PATEN (1974) zu erfreuen wußte, ist von gutem Handwerk und einer interessanten Story meilenweit entfernt. Originalität und auch Dramaturgie sind gänzlich nicht vorhanden. Stattdessen präsentiert sich ein „Rape & Revenge“-Derivat von äußerster Einfältigkeit. Dies wird noch verstärkt durch diverse HC-Close-Up-Einschübe, die die maue Story auf beinahe unerträglich lange 108 Minuten strecken.
Sirpa Lane (R.I.P.), die ihre bekannteste Rolle in Walerian Borowczyks großartigem LA BÊTE (1975) hatte, wo sie einer tierischen Bestie zum Opfer fällt (die im Vergleich zu den menschlichen Bestien hier beinahe harmlos erscheint) ist die einzige bekannte Darstellerin des Film. Besagte Pornoeinschübe sind auch in ihre Sexszenen einmontiert, was ihr ein wenig schmeichelhaftes Vermächtnis beschert, wie ein Kritiker in der imdb richtigerweise moniert. Leider ist mir nicht bekannt, ob es – wie so häufig bei vergleichbaren italienischen Produktionen – auch von „Exciting Love Girls“ zwei unterschiedliche Versionen gibt. Eine softe Fassung würde den Streifen um geschätzte 20 Minuten erleichtern, was ihm sicherlich gut tun würde. Dann wäre es ein weiteres Ferkelwerk im Schaffen des Signore Bianchi, das seinen o.g. Sleaze-Granaten zwar bei weitem nicht das Wasser reicht, es aber aufgrund der sehr sehenswerten Schlußpointe doch noch zu eingeschränkter Empfehlung reichen würde