Bei diesem Terrorfilm aus Schweden muss man sich schon allen Ernstes fragen, mit welcher Motivation die Macher an die Geschichte heran gegangen sind: Der Versuch eine Palette amerikanischer Genrevertreter zu kopieren oder einfach nur ein finanzieller Engpass?
Nach den ersten Zeilen ist zumindest klar, auf welches geistige Niveau man sich herablässt…
… als die beiden blonden Cheerleader auf dem Weg zu einem Contest an der obligatorischen Tankstelle halten und dabei zwei Typen aufgabeln, deren Wagen schlapp gemacht hat.
Die Kerle, Chad und Oliver, sehen beinahe aus wie Zwillinge, obgleich sie lediglich gute Freunde sind, während die Trullis rein äußerlich schon eher die 30 streifen, als dass man ihnen die unbeschwerte Jugend noch abnehmen würde.
Im Niemandsland irgendwo nahe Minneapolis fliegt kurz darauf ein totes Vieh auf die Windschutzscheibe, man landet im Graben und wird danach von einem Redneck mitgenommen, der die vier ins Domizil der grummelnden Hinterwäldler führt, wo ihnen nicht gerade feingeistige Gastfreundschaft entgegen gebracht wird…
Das Ding soll in den Neunzigern spielen, Gründe hierfür sind wahrscheinlich das Ausbleiben von Handys und ein noch verwendbarer Golf II, vielleicht noch die Klamotten aus der Altkleidersammlung, die im Verlauf ordentlich mit Dreck und Kunstblut besudelt werden können.
Das Budget ist sichtlich gering, die Mimen untalentiert bis zum Abwinken und die dazugehörige Synchro fast schon so scheiße, dass sie wieder gut ist, da die beiden Girlies entsprechend albern, die Boys übermäßig cool und sämtliche Hinterwäldler mit rauen Stimmen sprechen, welche nicht voneinander zu unterscheiden sind (spricht vielleicht nur einer).
Von einer Figurenzeichnung ist man dann auch so weit entfernt, wie den Backwood-Typen einen Hintergrund zu verleihen. Es erschließt sich weder eine Motivation des Jagens, noch warum die allesamt ölverschmiert herumlaufen und erst recht nicht, was die zwischendurch essen, wonach ihnen Minuten später heller Schaum aus der Schnute in den ungepflegten Bart sabbert.
Kann sein, dass die Handvoll Unkultivierter den Rest eines ehemaligen Kegelvereins bilden, vielleicht wurden sie auch ausgesetzt oder als Kinder weggegeben, denn ein weibliches Familienmitglied taucht nicht auf.
Vom Ablauf her ergeben sich die üblichen Eckpunkte ohne sonderliche Innovationen:
Einfangen, Befreiungsversuch, Weglaufen, Verstecken und Gegenschlag.
In Sachen Gewalt hält man sich entsprechend zurück, beziehungsweise die Schere setzt einige Male so gnadenlos an, dass der Score bereits aus dem Takt kommt.
Augenscheinlich fehlen einige Momente, als ein Typ vergewaltigt wird, aufgrund einiger Leichenansichten dürften ferner einige Axthiebe außen vor bleiben.
So bleiben ein Beil in der Brust, ein Ertränken mit Baumstamm an Kette und kleinere Einschübe wie abgetrennte Finger oder Hiebe mit einem Schlagring.
Möglicherweise spucken die Opfer zusätzlich ein wenig Blut, um zu untermauern wie brutal das alles ist, doch bei den schwachen Mimen fällt das Ding mit der Glaubwürdigkeit ziemlich ins Wasser.
An sich bilden Kamera und Schnitt eine relativ solide Einheit und in Momenten des unsicheren Vorantastens kann man gar ein gutes Gespür für die Beobachtungsperspektive bescheinigen. Ganz im Gegenteil äußert sich das bei einigen Temposzenen, denn dort wackelt die Kamera gnadenlos und verursacht kurzfristig Kopfschmerzen und leichte Übelkeit.
Der Score ist hingegen okay, er unterstreicht die wenigen Actionszenen adäquat und weiß während der stillen Momente ein paar nette Melodien hervorzubringen.
Eingefleischte Genrefans dürften mit diesem preiswerten Machwerk kaum ihre Freude haben, selbst in der völlig ungeschnittenen Fassung.
Schwache Darsteller, undurchdachte, uninspirierte Story mit debilen Dialogen und lediglich zum Finale mit etwas Drive ausgestattet, bringt „Madness“ den angekündigten Wahnsinn zu keiner Zeit auf den Punkt und bleibt vergleichsweise zahm und beliebig.
3 von 10