Die Geschichte klingt ein wenig wie ein Spin-Off zu Spielbergs Erstling „Duell“, denn mitten im australischen Hinterland werden vier Teens von einem übergroßen Sattelschlepper in Beschlag genommen. Einige mystische Elemente spielen da durchaus mit hinein, doch leider bleiben diese bis zum Schluss reichlich unterentwickelt und verleihen der ansonsten ordentlichen Inszenierung einen faden Beigeschmack.
Zwei Paare: Marcus und Liz, welche mit Craig fremdging, der mittlerweile mit Nina liiert ist.
Man zeltet in der Pampa, bewegt sich mit dem Jeep fort, bis ein Truck aufkreuzt und ihren Wagen von der Straße abdrängt. Als man den Truck einige hundert Meter entfernt sichtet, sich aber kein Fahrer in der Nähe befindet, beschließen die vier das Fahrzeug zu kapern, doch das ist erst der Beginn einiger unheimlicher Veränderungen…
Leider ist es mit den Figurenzeichnungen der vier nicht so toll bestellt: Marcus ist impulsiv, Craig der Scherzbold, Liz die Wagemutige und Nina die Zurückhaltende. Außer einem kurzen Disput zwischen Fremdgängerin und dem Betrogenen herrscht ohnehin eine angespannte Stimmung, die noch verstärkt wird, als Marcus im Halbschlaf vom Weg abkommt und den Sattelschlepper in eine enge Sackgasse vor einen Abgrund fährt.
Die Gruppe trennt sich vorerst, doch danach scheinen einige wie vom bösen Geist besessen zu sein.
Was sogleich positiv auffällt, sind Setting und die dazugehörige Farbgebung: Starke Farben prägen die urigen Landschaften, welche von einer treffenden Sounduntermalung in Sphären zwischen Höllentrip und endloser Einsamkeit pendeln.
Hinzu kommen ein paar recht effektive Kameraperspektiven, auch mal aus der Totalen, mit sauberen Platzierungen und ordentlichen Fahrten wenn Bewegung im Spiel ist.
Dies ist allerdings eher selten der Fall, vielmehr baut die Story auf Misstrauen und dunkle Einflüsse, welche die Figuren nach und nach unberechenbar werden lassen.
Natürlich wäre es für alle Beteiligte leichter, sich möglichst weit weg vom Fahrzeug zu halten und wenn es mit dem Wenden des kompletten Zuges nicht klappt, könnte man sich die Sache durch Abkoppeln der Koffer erleichtern.
So gibt es Visions von der lebendig werdenden Kühlerfigur in Form eines dreiköpfigen Hundes, jemand sieht Blut, Gedärm und Maden und wo man schon mal bei den Bluteffekten ist, gesellen sich im Verlauf noch Einschusslöcher und ein offener Armbruch hinzu. Insgesamt nichts Aufregendes.
Was es jedoch mit den finsteren Einflüssen des titelgebenden Vehikels auf sich hat, erscheint ein wenig verworren und manipulativ: Der Truck benötigt kein Benzin und scheint ein Eigenleben zu führen, doch mit welchem Ziel gurkt er über die Landstraßen? Seelen sammeln? Einen Fluch erfüllen oder einfach nur zum Spaß töten?
Das erklärt sich zu keiner Zeit so recht, außer das annähernd jeder, der irgendwann die Ladung sichtet, langsam aber sicher durchdreht.
Einigermaßen spannend wird die Situation zum Ende durchaus und neben verbitterten Auseinandersetzungen muss einige Male versucht werden, den Truck wieder in die rechte Position zu bringen. Es geht noch um Blut unterm Koffer, ein scheinbar verlassenes Haus in der Einöde, ein Auto mit Wohnwagen und eine verschwundene Leiche.
Phasenweise geht es creepy zu, während die Mimen durch die Bank passabel agieren und den unberechenbaren Eindruck der Situation treffend untermauern.
So ganz zufrieden kann man mit dem Endergebnis dennoch nicht sein, obwohl auf atmosphärischer Ebene eine Menge Positives bewirkt wird.
Letztlich fehlen allerlei Erklärungsansätze, einige Fakten bleiben gänzlich ungeklärt (Erster Fahrer, verwesendes Fleisch im Schuh, geheilter Bruch etc.) und auch das leicht offene Ende lässt vermuten, dass die Story nicht ganz ausgereift auf die Leinwand gebracht wurde.
Der mysteriöse Touch gefällt zwar, doch der nützt wenig, wenn im Gesamtkontext kaum etwas Greifbares davon übrig bleibt…
5,5 von 10