Der Gang in die Zukunft als die Rückführung zum Vergangenem; werden in HK und Festland China mittlerweile die alten Kamellen vorzugsweise der frühen Neunziger in Sachen Prequel, Sequel oder doch vorsichtshalber Remake aufgewärmt, wobei den meisten Versuchen die Eigenschaft innewohnt, dass man mittlerweile unkundig dessen ist, wie etwas einstmals möglich war und heute nicht mehr ist. Gerade Wong Jing strebt seit jeher und zuletzt nicht nur gefühlt wieder verstärkt das Re-Kopieren antiquierter Tugenden an. Eine einzige syntaktische Nachhilfe, die keine Leidenschaft des Existierens, sondern nur den leider zu verkranpft wirkenden Unterhaltungswert aus naiven Glück und überdrehter Absurdität besitzt. Auch Future X-Cops ist nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus Pappmache, Draht und Styropor und ebenso veraltet wie sein Held, der für den Kinderquatsch nunmehr gute 20 Jahre zu betagt ist.
Fast genauso lange ist es her, seitdem Zukunftsforscher Wong Jing und sein einst sehr geliebter, da kommerziell durchgängig als mit am ertragsreichsten gewerteter Hauptdarsteller Andy Lau die Vorlage Future Cops geschaffen haben. Damals schon die Ausgrenzung in das Unqualifierzierbare spleenigen Wahnsinns, in dem ein Dutzend voll Starbesetzung gegen comicales Konterfei und sinnentleerte Albernheit angetreten sind. Eine groteske Dramatik aus High-School-Klamotte, Superheldenfilm und indirekter Street Fighter®-Adaption, die zwar erbarmungslos sämtliche übersensible Nerven strapaziert, im Vergleich zum aktuellen Aufguß dennoch als kreativ kühnes Lichtspiel-Experiment betrachtet werden kann. Der Einfachheit halber und wie es sich für Regisseur und Autor Wong gehört, wird die Ausgangsidee des gespaltenen Vergnügens in weitgehender Übereinstimmung gleich übernommen. Ein Tagesausflug auf den utopischen Rummelplatz als langweilig animierte slideshow:
Der Erfinder und Durchsetzer der sauberen Solar-Energie, Dr. Masterson [ Ma Jingwu ], wird im Jahr 2080 von Cyborg-hitmen unter Führung von Kalon [ Fan Siu-wong ] und dessen Frau Fiona [ Tang Yi-wei ] angegriffen, dessen martialische Übermacht und die Kreuzung aus Mensch, Roboter und metallenen Insekten auch die zum Schutz beorderte Polizei nicht viel entgegensetzen kann. Das folgende Massaker an den Gesetzeshütern sieht Kidd Zhao [ Andy Lau ] auch seine ebenfalls in Uniform kämpfende Frau Millie [ Fan Bing-bing ] durch eine tödliche Kugel verlieren; ein Umstand, der ihn mitsamt ihrer jungen Tochter Kiki [ Xu JIao ] zu einer Zeitreise in das Jahr 2020 veranlasst, um dort bereits Dr. Masterson bereits im Schüleralter beizustehen. Um die Mission und den Ablauf der Geschichte nicht zu gefährden, tarnt er sich dabei als ganz gewöhnlicher Verkehrspolizist, der zwar zusammen mit der in ihn verliebten Kollegin Molly Wang [ Barbie Hsu ], ihren Vorgesetzten Sergeant Masterson [ Mike He ] und dem Informanten Jing [ Chen Chien-chou ] auch das Verbrechen wie die Juwelenräubern "Iron" [ Ding Sheng ], "Scisscors" [ Law Kar-ying ] und "Rock" [ Xiao Jian ] am Bekämpfen ist, aber seine wahren Fähigkeiten dabei verschlossen hält. Doch bald kommen ihm Presse und Öffentlichkeit und so auch die ebenfalls zurückgereisten Cyborgs auf die Schliche, und muss Kidd seinen Status als "Superman Cop" rasch unter Beweis stellen.
Eine beängstigend fortschrittsferne Projektion in trotz hohen bodycount kindgerecht bluetleerer, optisch blankgewienerter und mit fruchtlosen Schalk untersetzter Bearbeitung ist die launige Folge. Dabei beanspruchen gleich drei Arbeiten modernen Geschäftstheaters, sich dem bunten Kaleidoskop der Science fiction bzw. dem, was von chinesischer Warte aus dafür gehalten wird, als Erstes und erstaunlicherweise auch unabhängig voneinander, aber mit identischer Streuweite genähert zu haben. Neben der vorliegenden Tätigkeit im chronologischen Mittelfeld waren es letztjährig Jeff Laus Metallic Attraction - Kung Fu Cyborg, während Benny Chans City under Siege vor allem auch aufgrund der Nachproduktion und des Sommerstarttermins als Nachzügler betrachtet wird. [Trotz des Regisseurs und gescheitem Casting deuten die momentan zur Promotion veröffentlichten Szenenbilder stark in Richtung von Tsui Harks Black Mask 2 und seiner Mischung aus Witzarbeit und Albtraum hin.]
Verhältnismäßig interessant ist die Annäherung des Trios an ein dortig nahzeu komplett tabuisiertes und so bisher kaum genutztes filmisches Feld der Geschichtenerzählung schon, auch wenn die narrative Herangehensweise und gerade auch die ominöse Umsetzung der aufgegriffenen Themen ziemlich klar umreißbar und wie gewohnt<!--[if gte mso 9]>
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– die mittel bis schwer desaströsen Andy Lau Vehikel Armageddon und vor allem The Wesley's Mysterious File sprachen Bände <!--[if gte mso 9]>
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auch eher die wahren Möglichkeiten und Talente hemmend bzw. ganz unterdrückend ist. Oft ist einzig der Ansatz die alleinige Wahrnehmung dieser scheinbaren Erneuerungsbewegung und sind die bisherigen Groschenheft-Ergebnisse vom Streifzug ins Übermorgen leider niemals mit Überlegung, Wissenschaft, Vieldeutigkeit oder wenigstens dem Vorsprung der Phantasie aufgeladen. Die inhaltliche Bestimmung der Drehbücher führt vom Stand der schummrigen Unaufgeklärtheit heraus meist direkt in das Lager des pompösen Trash, mit dem im besten Fall gespielt und was im schlechtesten nicht akzeptiert, sondern zusätzlich mit Kitsch und Klischees bombardiert wird. Das hier verwendete triebdynamische Modell der Zeitreise, der Alternativwelt und der kosmischen Evolution sorgt dabei weniger für eine ausgrenzende Ordnung verschiedener Erfahrungen, und bietet auch kaum physischen und architekurellen Aufwand, sondern hält im Grunde nur für ein wenig Plaste-, Elaste- und Pixelschlacht und ansonsten eine gleich doppelte und dabei ebenmaßen schnarchend unbewegliche lovestory zwischen Mann und Frau her, deren auch emotionaler patchwork-Zustand noch jeweils mit einem bisher allein aufgezogenen Kind als Niedlichkeitsfaktor komplettiert wird.
Das ist nicht bloß fern philosophischen, naturwissenschaftlichen oder selbst technischen Denkens, sondern auch dramaturgisch programmierte Selbstzerstörung. Eine Umwelt ohne Gigantomie, die Alltägliches und Banales einschliesst, dennoch undankbar für den Zuschauer, die Schauspieler und auch die Effektspezialisten, die sich zwar einige Male an prahlerisch plumpen Tricks austoben dürfen, das propagierte Budget von 20 Mio USD in dieser eher preiswert und unpersönlich steril wirkenden [Studio]Leere allerdings niemals sichtbar ist. Erst gegen Ende gibt es für einige Sekunden aus heiterem Himmel eine als halbwegs greifbar wahrgenommene Sfx Materialschlacht zwischen Cyborgs, Hubschraubern und heranrückenden Polizeieinheiten in der dann auch erstmals gezeigten Außenfassade der ansonsten anonymen Megalopolis. Plus eine wilde Autojagd samt Kollisionen anderer Beteiligter und Durchbrechen eines im Weg stehenden Shoppingcenters, die doch tatsächlich mit realer Stuntarbeit und Pyrotechnik statt Bytes und Bites am Werkeln und so auch kurzzeitig am Verzücken ist.