Review

Der Bücher-Detektiv Dean Corso, der für seine Kunden auch mal mit unlauteren Methoden antiquarische Schmöker besorgt, wird von dem ebenso wohlhabenden wie skrupellosen Boris Balkan engagiert, um die Echtheit seiner Original-Ausgabe von "Die neun Pforten ins Reich der Schatten" zu verifizieren... ein Buch, von dem man sagt, dass der Autor es im 17. Jahrhundert gemeinsam mit Luzifer geschrieben haben soll und von dem heute nur noch zwei weitere Exemplare existieren. Bei seinen Nachforschungen, die ihn nach Europa zu den Besitzern der beiden anderen Ausgaben führen, kommt Corso dahinter, dass die in den Büchern enthaltenen Holzschnitt-Zeichnungen sich jeweils voneinander unterscheiden und Hinweise darauf enthalten, die - korrekt gedeutet - einen angeblich dazu befähigen sollen, den Teufel höchstselbst heraufzubeschwören. Irgendjemand scheint zudem überzeugt davon zu sein, dass an der Geschichte etwas wahres dran ist, denn bald schon stolpert Corso während seines Auftrags über die ersten Leichen und sieht sich von dem Handlanger der Witwe des Mannes verfolgt, dem Balkan sein Exemplar der Schwarte "zufällig" einen Tag vor dessen Selbstmord abgekauft hatte. Unterstützung erhält Corso lediglich von einer mysteriösen Frau, die tatsächlich nicht von dieser Welt zu sein scheint... In den USA ist "Die neun Pforten" zum Kino-Start durch die Bank verrissen worden, hierzulande hat man ihn hingegen als Roman Polanskis Rückkehr zu alter Stärke gefeiert... nun ja, die Wahrheit liegt, wie so oft, wohl irgendwo dazwischen. Fakt ist, dass man von dem Mann, der mit Werken wie "Tanz der Vampire", "Rosemaries Baby" und "Chinatown" sowohl den Horror- als auch den Detektivfilm entscheidend mitgeprägt hat, wohl doch mehr hätte erwarten dürfen, als nur eine einigermaßen fachmännische, aber ziemlich müde Verbindung der beiden besagten Sujets. Basierend auf der Roman-Vorlage "Der Club Dumas" von Arturo Pérez-Reverte ist das Ergebnis da ähnlich langatmig und schwerfällig ausgefallen, wie zuvor bereits Jim McBride 1994er-Thrillerchen "Geheimnisse" (ebenfalls eine Pérez-Reverte-Adaption), was einen irgendwie zu dem Schluss kommen lässt, dass sich seine Bücher wohl einfach nicht für eine filmische Umsetzung eignen, wenn selbst eine Regie-Größe wie Polanski so ihre liebe Mühe hat, das Publikum da noch für die Geschehnisse auf der Leinwand einzunehmen. So wirklich aufregend oder gar spannend geht es hier nämlich nicht zu, anhand der Inszenierung kommt einem allenfalls das Wörtchen "schaumgebremst" in den Sinn und so ist "Die neun Pforten" mit über zweistündiger Laufzeit im Endeffekt nicht nur ein ziemlich unflottes Film-Erlebnis (was entschuldbar wäre), sondern ganz einfach auch mal ziemlich langweilig (was unentschuldbar ist). Okay, es ist nett, dass hier nicht sämtliche Antworten auf einem Silbertablett serviert werden und der Zuschauer stattdessen dazu angehalten ist, den eigenen Verstand einzuschalten und sich einige Zusammenhänge selbst zu erschließen (deshalb etwa das massiv-negative Kritiker-Echo...?), aber ein paar mehr echte Thrill-Momente hätten die präsentierte Geschichte doch erheblich aufgewertet, zumal das Ganze auch noch in ein enttäuschend banales Ende nach pulpigster Genre-Manier mündet, das mal wirklich hart am Schwachsinn kratzt. Mit vereinten Kräften gelingt es den solide performenden Darstellern - mit Johnny Depp als spleenigem Zugpferd - allenfalls noch, den Streifen auf ein halbwegs durchschnittliches Niveau zu hieven... ob einem das angesichts der großen Namen, die hier beteiligt sind, aber ausreicht, sei mal dahingestellt. Welche wahren Höhen ein solcher Okkult-Krimi nämlich tatsächlich erreichen kann, hat man zuvor ja bereits bei Alan Parkers "Angel Heart" gesehen, nicht wahr...?

5/10

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