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Aghet (armenisch, was auf deutsch übersetzt soviel wie Katastrohe bedeutet) ist ein Dokumentarfilm über Geschehnisse im Jahr 1915, also während des ersten Weltkrieges. Aufgrund einer schweren militärischen Niederlage, richtet sich der Zorn der damaligen jungtürkischen Regierung gegen das armenische Vok, dem die Schuld an dieser Schmach gegeben wird. Was folgt sind Enteignung, Deportation mit dem Ziel das armenische Volk letztendlich komplett zu vernichten. Beleuchtet wid dabei sowohl das Verhalten der türkischen Regierungen, die diese Aktionen bis heute abstreitet, des damaligen Bündnispartners Deutschland, als auch die Berichte damals neutraler Staaten wie den USA.
In der ersten Viertelstunde werden Bezüge auf aktuelle Ereignisse genommen, wie dem Mord an einem Aktivisten, der eine neuerliche Diskussion über die Ereignisse anstoßen wollte. Zu Wort kommen dabei aktuelle Personen wie, Cem Özdemir der Vorsitzende der Grünen, Barrack Obama, der gebürtige armenische Boxer Abraham sowie der türkische Präsident Erdogan. Das aktuelle politische Klima der Osmanen, bei denen die Erwähnung des Genozids bis heute unter Strafe steht, spielt ebenfalls eine Rolle, denn selbst innerhalb des Landes gibt es Uneinigkeit, wie man mit diesem geschichtlichen Hintergrund umgehen soll.
Im Anschluß übernimmt eine ganze Riege deutscher Schauspieler. Sie übernehmen dabei die Rollen der damals Beteiligten, wie amerikanische Botschafter, deutsche Militärs oder Angehöriger der caritativen Einrichtungen und geben Interviews zur Lage. Ein wenig vermißt man dabei die Vertreter der Gegenseite, dort gibt es lediglich einen deutschen militärischen Hardliner, der Argumente gibt warum man seinen wertvollen Partner politisch nicht brüskieren wollte.Zwischen diesen Statesments der "Zeitzeugen" gibt es immer wieder verstörende Originalbilder, die den Todesmarsch in aller Härte dokumentieren.
Insgesamt ist Aghet eine sehr bestürzende Schilderng vergangener Ereignisse, die bis heute auf ihre Aufarbeitung warten muß. Die sehr intensive Darstellung gewann zurecht diverse Fernsehpreise, denn unbeeindruckt kommt niemand aus diesen 90 Minuten heraus. Die Dokumentation ist alles andere als leichte Unterhaltung, aber wer sich für Geschichte interessiert, kommt daran fast nicht vorbei.
8/10

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