Mörder. Traumdämonen. Der Bastard von hunderten von Wahnsinnigen. Trotzdem weißt du, es kann nur einen Mann geben - ein Monster - der diese Worte verkörpert: Freddy Krueger. Jahrzehntelang schlitzt er sich seinen Weg durch die Träume von unzähligen Jugendlichen und zeigt kein Anzeichen davon jemals in Frieden zu ruhen. "A Nightmare on Elm Street"-Star Heather Langenkamp ist dein Traumführer in dieser ergreifenden "Schockumentation", die dich tiefer als je zuvor durch Freddy Kruegers Gebiet führt; inbegriffen sind aufregende Videos, noch nie gesehene Fotos, Hinter-den-Kulissen-Filmmaterial und exklusive neue Interviews mit über 100 Hauptcast- und Crew-Mitgliedern aus jedem Albtraum.
Pünktlich zum großen Nightmare on Elm Street Remake erschienen auch zwei neue Dokumentationen über den "alten" Freddy und seine Umtriebe, die es inzwischen netterweise auch in Deutschland als Doppelpack DVD zu ersteigern sind. Wenn man sich dabei schonmal vorab den Umfang betrachtet so kann man nur ein gelassen wow von sich geben, denn man kleisterte nicht einfach ein einstündiges Etwas mit ein paar Interviewschnipseln zusammen, sondern präsentiert ein beinahe vierstündiges Paket, sogar mit extra neu animierten Vorspann und Zwischensequenzen und zerrte nun wirklich alles und jeden, der irgendwie mit der Filmreihe zu tun hatte vor die Kamera (gut, Johnny Depp aus Teil eins war entschuldigt) und präsentiert wirklich ein Fanpaket, wie es seinesgleichen sucht.
Ich will mich jetzt gar nicht in großen Lobhudeleien wälzen, aber für jeden Freund des Schlitzers aus der Elm Straße kann diese Doku nur ein Pflichtprogramm sein, zumal es durch Wes Cravens viel zu frühem Tod in dieser Form auch nie wieder zustande kommen wird. Wirklich alle Fragen werden beantwortet, seien es Hintergründe, Motivationen, Entstehungsgeschichte oder Pannen am Set, es ist alles drin. Auch die Aufteilung ist perfekt. Man widmet sich kapitelartig jedem einzelnen Teil hintereinander, was die faszinierende Kombination ermöglicht sich den entsprechenden Film anzuschauen und im Anschluß eben noch den entsprechenden Part 45 Minuten dieser Doku hinterher zu schauen, was ich sogar empfehlen würde, denn so kurzweilig die vier Stunden auch sind, wäre eine Einzelansicht in einem Stück doch ein wenig lang.
Wir erfahren das die Figur Freddy aus einem realen Zeitungsartikel inspiriert wurde, bei der ein Typ behauptete er würde sterben, wenn er einschläft, es nach zwei Tagen doch tat und prompt wirklich tot war. Freddys grün/roter Pulli wurde bewußt wegen einem Augenphänomen dieser Farbkombination gewählt oder seine legendäre schiefe Haltung behielt der Schauspieler Englund bei, weil der Handschuh so schwer war. Auch seine Pizzafresse entstammte tatsächlich einer Idee des Maskenbildners beim Genuß einer Salamipizza, oder Englund sollte für Teil 2 wegen Gagenforderung ausgebootet werden und spielte nur mit weil der Ersatz extrem schlecht war und und und. Es wird wirklich jede Kleinigkeit dargelegt und nicht nur hohles Blabla verzapft. Der Informationsgehalt ist enorm.
Auch die Interviewpartner wirken motiviert und sind oft mit wirklich Wehmut an alte Zeiten dabei. Man scheute auch keine Kosten und Mühe selbst die Nebendarsteller nach über 20 Jahren aufzutreiben und ihre Anekdoten zum Besten zu geben, wobei man nicht nur auf heile Welt macht. Einer gestand sogar Drogenkonsum am Set und auch Regisseur Craven (wie immer ein eloquenter, intelligenter und amüsanter Interviewpartner) und Produzent Bob Shay geben freimütig zu, das es mitunter ordentliche Unstimmigkeiten zwischen den beiden gab. Es stand aber auch viel auf dem Spiel. Sowohl Craven aber auch Shay´s New Line Cinema standen sprichwörtlich vor der Pleite und beide gäbe es heute nicht, wäre Nightmare damals geflopt.
Ich hätte echt nie gedacht, das ich mal die volle Punktzahl für eine Dokumentation raushauen würde, aber angesichts des Ergebnisses, bleibt mir gar nichts anderes übrig, als dieser Nightmare Bibel den Segen auszusprechen. Pickepacke volle Infos zu allen Belangen, liebevolle Präsentation, tolle Filmausschnitte (alle prägenden Szenen sind dabei) und launige Interviews runden den tollen Gesamteindruck ab. Für Fans definitiv ein "must have".
10/10