Vampirfilme decken vom Drama bis zum Monster-Movie ein breites Spektrum an Genres ab. Doch fast alle Vampir-Filme haben eine gemeinsame Komponente: die Erotik. Vampire sind Wesen der Nacht, sie verführen, der Biss: ein Akt der Penetration.
So lassen sich die Verfilmungen von Anne Rice, ebenso die Twilight-Saga leicht als Stimulation für pubertierende Mädchen entlarven, während andere Vampirfilme eher dem männlichen Publikum Schauwerte bieten.
'Temptation' zielt von Titel, Cover und Beschreibung definitiv auf eben jenes männliche Publikum, denn hier soll es um nichts weniger gehen, als um knisternde Erotik, wie sie vielleicht nur lesbische Vampire bieten können.
Eine junge Frau wird nach einer exzessiven Nacht voller Alkohol auf dem Heimweg vergewaltigt und beinahe umgebracht. Rettung kommt in Person einer Vampirin, die in unserer Heroine eine verflossene (und bereits vor 200 Jahren dahingeschiedene) Liebe wieder entdeckt und sie deshalb rettet/beißt. Am nächsten Tag erinnert sich die Gerettete an nichts, wundert sich aber über die plötzliche Abneigung gegen das Sonnenlicht und herkömmliche Speisen.
Nach und nach erinnert sie sich und hadert mit ihrer Vampir-Werdung, während die Polizei, die den toten Vergewaltiger fand, schon auf ihren Fersen ist...
So weit, so konventionell. Nur eines fehlt in eklatanter Art und Weise: die Erotik. Es wird geküsst ohne Zunge, sich geliebt ohne sich auszuziehen, ja, auch die Damen des Titelgebenden 'Strip'-Clubs tanzen, ohne sich auszuziehen. Noch schlimmer: in einer kurzen Sequenz darf eine Nebenfigur kurz ihre entblößten Brüste zeigen, was nahe legt, dass die Prüderie nicht in einer Rating-Entscheidung des Studios begründet liegt, sondern sich die Damen einfach nicht ausziehen wollten. Die Regisseuse hätte der Dame vom Casting wohl besser mitgeteilt, dass es ihrer Absicht ein erotisches Vampir-Drama zu drehen durchaus zuträglich wäre, Schauspielerinnen zu finden, die auch bereit sind, sich vor der Kamera auszuziehen!
So ist mir mir während des Filmes zu keinem Zeitpunkt klar geworden, was dieser Film sein wollte... Er war nicht erotisch, nicht gruselig, es gab kein Gore (gemordet und gestorben wurde nämlich ohne Blut) und die Dramatik, die sich aus der Vampir-Werdung ziehen lässt, wurde in 1000 anderen Filmen besser dargestellt.
Fazit: Weder die Hauptdarstellerinnen, noch die Frau vom Casting oder die Regisseurin sollten in meinen Augen je wieder ein Anstellung finden.
3/10 Punkten lediglich deshalb, weil ich schon einige schlechtere Filme gesehen habe. Wer sein Leben lang gute Filme gesehen hat, darf ruhig noch einmal 1-2 Punkte abziehen und sich 'Begierde' anschauen.