Review

Ich habe mich jetzt extra angemeldet, um meine Bestürzung über diesen Film Kund zu tun. Als treuer und verdingter Bürger Österreichs sehe ich es als meine Pflicht an, den Film Bergblut auch öffentlich zu diskutieren und Kritik zu üben, nachdem allzu viele es in letzter Zeit gesehen haben und auch noch öffentlich gut hießen. Die gewonnen Preise des Films und die Kinozuschauerzahlen sind alarmierend und typisch für die gesamtgesellschaftiche Verwirrung dieser Zeiten. Dieser Streifen darf keine Zukunft haben, weil er moralisch anstößig ist und viele blasphemische Positionen beinhaltet.

Viele sagen, er sei technisch ja so perfekt und bildgewaltig. Mir ist das Bild erstens viel zu dunkel, der Ton ist zu laut, die Bildunterschriften zu schnell eingeblendet und ein Film darf doch nicht auf der anderen Seite solche ketzerischen Aussagen treffen: Zum einen erklärt der Film viel zu oft die feindlichen Positionen der Bayern und Franzosen und stellt die Tiroler viel zu oft in ein dunkles Licht (auch metaphorisch symbolisch). Es ist historisch bewiesen, wer die Aggreßoren waren und dieser Film sympatisiert eindeutig mit der falschen Seite!
Die Bilder mögen zwar teilweise dann doch sehr schön sein, das ist aber ja keine Kunst bei einem so schönen Land wie Südtirol. Es wundert mich viel eher, wie oft dieses Land in diesem Film verunstaltet wird (dunkel, nebelig, dreckig!).

Auch dieses ganze feministische und soziopazifistische Gedankengut (wo bleibt die Würdigung der kämpfenden Männer? Der Mut der Tiroler Schützen?) ist einfach nur realitätsfremd. Hier hätte der Film um einiges mehr leisten müssen! Das ist regelrecht unpatriotisch (auch werden die Österreicher viel zu schlecht dargestellt, wo bleibt den bitteschön Erzherzog Johann in diesem Film? Wieso wird Napoleon nie gezeigt?)

Die Religion kommt ebenfalls viel zu kurz. Man betet den freudenreichen Rosenkranz, den schmerzhaften Rosenkranz aber wo bitteschön ist die Szene, bei der auch der glorreiche Rosenkranz gebetet wird? Er ist doch für jeden Katholiken der wichtigste, da er die Auferstehung Jesu schildert!

Ich habe meinen Ohren kaum getraut, welch wüste Beschimpfungen der Tiroler Volksheld und Freiheitskämpfer Andreas Hofer in diesem Film über sich ergehen laßen mußte! Der Moretti-Film hat ihn eine Geliebte angedichtet (beschämend!), aber Bergblut kritisiert ihn andauernd! Daß ihn die Bayerin (auch noch die Hauptfigur des Filmes!) nicht viel abgewinnen kann ist klar, daß aber auch die Tiroler über ihn herfallen müßen (Man nennt ihn in der Szene im Lazarett einen Volldeppen!) ist eine einzige Frechheit! Der Regisseur macht sich den Film dann schlußendlich auch noch endgültig selbst kaputt, indem er zwischen den eindringlichen Flucht-Verzicht von Andreas Hofer und der Exekution in Mantua (Mantova) eine Sexszene (!) einschob.

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