Review
von dvtom
„Ein Agent ist kein Mensch, er ist eine Waffe“
Diese französische Produktion erzählt die Geschichte zweier Menschen, die durch gewisse Umstände einen radikalen Knick in ihrem Leben erfahren und greift dabei eine hochaktuelle Thematik auf: Die Bedrohung durch den Terrorismus.
Da gibt es Diane, eine hübsche Studentin, die ihr Sprach-Studium durch Prostitution finanziert und als Dolmetscherin arbeiten möchte, zudem hat sie ein viel versprechendes Praktikum in den Vereinigten Arabischen Emiraten vor Augen. Sie wird auf sehr hinterhältige Weise vom französischen Geheimdienst „angeworben“ und als Agentin für den französischen Auslandsnachrichtendienst ausgebildet.
Pierre, ein Kleinkrimineller, der sich eigentlich nur Anerkennung und vor allem die Liebe seiner Mutter wünscht, wird nach einem geplatzten Drogendeal im Gefängnis von Mitgliedern eines islamischen Terrornetzwerks in deren Fänge gezogen. Seit er den Gefängnishof zum ersten Mal betreten hat, haben sie ein Auge auf ihn geworfen und auch er wird „angeworben“, aber auf eine Art, die fieser kaum sein könnte.
Diane und Pierre gehen fortan ihren Weg; Diane wird undercover in das Terrornetzwerk eingeschleust, um Informationen zu einem kurz bevorstehenden Anschlag zu erlangen und muss sie Hürden nehmen, die unmenschlich sind und stark an ihrer Psyche kratzen. Währenddessen wird Pierre in der Wüste in einem Terrorcamp für den heiligen Krieg ausgebildet und muss dort aufgrund eines Zwischenfalls ebenfalls über sich hinaus wachsen, um nicht auf der Stelle exekutiert zu werden.
Eines Tages treffen beide aufeinander und die Katastrophe steht kurz bevor. Hier gibt es keine Gewinner, nur Verlierer...
Das Wichtigste zuerst: Dieser Film ist verdammt spannend und frei von Längen. Beide parallel erzählten Stränge (Diane und Pierre) werden geschickt zusammengeführt, die beiden Hauptprotagonisten (die ich beide noch nicht kannte) spielen ihre Rollen sehr gut, vor allem „Pierre“ weiß mit seiner eindrücklichen Leistung zu überzeugen. Bei ihm geht mir die Konvertierung zum heiligen Krieger nur ein wenig zu schnell. Die Agentin Diane wird von ihrer Vergangenheit als Prostituierte immer wieder eingeholt, was ihr in Laufe des Films auch beinahe das Leben kostet. Selbst ihr Chef lässt kaum eine Gelegenheit aus, sie immer wieder daran zu erinnern, dass sie eigentlich nur eine Nutte ist, aber ein Sympathieträger ist ihr Boss eh nicht.
Technisch gibt es hier auch nichts zu bemängeln, Capelight liefert wie gewohnt eine einwandfreie Blu-ray ab, die in Sachen Bild (sehr sauber) und Ton (pumpend und satt) absolut zufrieden stellt. Mir haben die oft in den Film gestreuten Match-Cuts sehr gut gefallen, der Film ist dem Genre entsprechend schnell geschnitten und mit diversen passend eingesetzten Farbfiltern versehen, die ihm einen modernen Look geben.
Wie bereits erwähnt, ging mir Pierres Konvertierung zum Islam ein wenig zu schnell. Die letzte Szene des Films ist gut gemeint und bildet einen passenden Abschluss, der zum nachdenken anregt. Trotzdem hätte ich die letzten paar Sekunden ein ganz klein wenig abgeändert, aber das sind nur subjektive Eindrücke, die nicht schwer ins Gewicht fallen. Da der Film ansonsten alles richtig macht, schrammt er nur ganz knapp an der Höchstnote vorbei.