Bis zuletzt lässt sich nicht genau klassifizieren, welche Art von Ungetüm TV-Regisseur Paul Ziller auf die Menschen in einem kleinen Fischerdorf loslässt.
Erst ist die Rede vom Seeteufel, dann von einer Amphibie, doch was man sieht, ist eher eine Mischung aus Chamäleon und Salamander, die - und das ist das Erfreuliche - mitsamt seinen kleinen Nachkommen computertechnisch einwandfrei in Szene gesetzt ist.
Wir steigen auch direkt mit tosendem Sturm auf hoher See ein, als Fischer Will ein Mitglied seiner Crew verliert. Erst später stellt sich heraus, dass ein Seeungeheuer den Mann von Bord holte, während weitere Bewohner des Ortes tot aufgefunden werden.
Mithilfe einer Biologin und seinem Bruder (Sheriff des Ortes) nimmt Will den Kampf gegen die Bestien auf und ahnt noch nicht, dass Tochter Carly mit ihrem Freund auf einer benachbarten Insel von den Viechern belagert wird…
Ziller verknüpft die genreüblichen Verlaufsmuster recht effektiv, bindet ein paar urige Typen als Bewohner des beschaulichen Küstenörtchens ein, lässt einige Klischees walten, wie den traumatisierten Trinker, den allein erziehenden Helden mit tougher Tochter und der Biologin als frisches Love Interest und achtet bei alledem primär auf ein konstant hohes Tempo mit ordentlicher Tricktechnik.
Das funktioniert insofern ganz gut, als dass die Kreaturen geschmeidige Bewegungen an den Tag legen, in ihrem Erscheinungsbild vergleichsweise originell daherkommen und bei vereinzelten Konfrontationen erfrischenderweise solide ausgearbeitete Modelle eingesetzt werden, anstatt auf zweitklassige CGI zu setzen.
Zumal die Viecher tückische Verhaltensweisen an den Tag legen, denn das Muttertier kann das anvisierte Opfer mit einer Art Säure bewegungsunfähig machen, während es, das suggeriert zumindest die teilweise nur schemenhafte Erscheinung, zwischenzeitlich annähernd unsichtbar ist. Ferner können die Biester bis zu zehn Meter hoch springen, im Wasser als auch auf dem Land überleben und mit ihren Schleuderzungen würgen oder zumindest festhalten.
Daraus resultieren eine Menge Auseinandersetzungen, die zwar, bis auf den Fund von Leichenteilen und einer Enthauptung selten blutig ausfallen, doch besonders beim Kampf in einer Waldhütte steckt ordentlich Drive hinter der Action.
Überhaupt wird ein zügiger Schlagabtausch mehrerer, größtenteils parallel eingebauter Schauplätze geboten. Storytechnisch bietet die Sache zwar keinerlei Überraschungen, doch Ziller hat aufgrund einschlägiger Erfahrungen im Tierhorrorbereich dazugelernt und weiß augenscheinlich um die Effektivität einer sauber geführten Kamera, wenn auch die Egoperspektive der Kreaturen ein wenig überstrapaziert wird.
Das Erscheinungsbild dieser TV-Routine ist letztlich sympathisch, - die unbekannten, aber solide performenden Mimen tragen ebenso dazu bei, wie ihre schlichten, jedoch auf den Punkt gezeichneten Figuren.
Genrefans erhalten demnach ein vertrautes Sujet ohne große Überraschungen, aber ein durchweg solides Filmchen für Zwischendurch, mit passablem Unterhaltungswert, ein paar spannenden Einlagen und eher überdurchschnittlicher Tricktechnik.
Demnach ist es völlig gleich, welche Spezies von Baum zu Baum springt und zahlreiche Protagonisten aus dem Drehbuch streicht, - Hauptsache es ist ordentlich aktiv und das lässt sich, trotz ausbleibender Hintergründe, fast von Anfang bis Ende unterstreichen.
6,5 von 10