Review

Hinter "Echoes" verbirgt sich ein stark unterschätzter Gruselstreifen, der auf der qualitativen Ebene eines "The Sixth Sense" anzusiedeln ist und diesen hinsichtlich der Schockeffekte durchaus noch übertrumpft. Die Story beginnt recht unspektakulär, lässt den Zuschauer jedoch auch völlig im Dunkeln. Erst langsam, nachdem sich Tom auf einer Party hat hypnotisieren lassen - die Hypnose ist bereits sehr stimmig und aus der Perspektive des Opfers visuell überzeugend inszeniert -, fängt der Wahnsinn in seinem Kopf an. Er sieht kleine mysteriöse und brutale Bruchstücke vor seinen Augen. Halluzinationen plagen ihn, die in surrealen Farbkompositionen visualisiert werden. Doch was sieht er? Warum sieht er es? Und wo steckt die Verbindung zu seinem Sohn, der offensichtlich auch paranormale Aktivitäten wahrnimmt, da er mit irgendjemandem zu kommunizieren scheint. Aber mit wem?

Fragen über Fragen, durch die sich der Zuschauer immer weiter in den Film vertieft. Konsequent steigen allmählich Spannung und Atmosphäre, die dann auf sehr hohem Niveau stagnieren. Anscheinend treibt hier ein Geist sein Unwesen, dessen Abbild ein ums andere Mal in den unerwartetesten Momenten erscheint, womit die Schockeffekte insgesamt spärlich eingesetzt sind, aber eine absolut effektive und suggestive Wirkung erzeugen. Der Plot mit dem Kontakt suchenden Geist macht zugegebenermaßen zwischenzeitlich schon einen etwas trivialen Eindruck, denn was will einem so eine in der Zwischenwelt gefangene Seele wohl mitteilen? Da werden nicht nur Genrekenner ihr Anliegen vorhersehen. Aber dennoch bleibt die Story weiter spannend, denn die Todesumstände der Verstorbenen sind völlig unbekannt. Zudem nimmt der Familienkonflikt eine bedeutende Rolle ein. Das als idyllisch zu bezeichnende familiäre Verhältnis droht an Toms augenscheinlicher Paranoia zu zerbrechen. Kevin Bacon überzeugt dabei mit einer sehr guten aggressiven Vorstellung wie eh und je - das unsympathische Arschloch zu spielen, liegt ihm einfach.

Bleibt als Fazit zu ziehen, dass der in jedem Falle talentierte Regisseur David Koepp als bisher recht unbeschriebenes Blatt ein außerordentliches Gespür für das Heraufbeschwören von unblutigen Schockmomenten besitzt und "Echoes - Stimmen aus der Zwischenwelt" dank einer guten Kameraarbeit, einer unheimlichen Atmosphäre sowie einem hervorragend agierenden Kevin Bacon ein echter Geheimtipp ist.

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