Review

The Sixth Shining


„Echoes“ kam im gleichen Jahr und nur kurz nach dem Überhit „The Sixth Sense“ in die Kinos, ähnelte diesem auch thematisch und stilistisch recht deutlich - und verlor das Duell krachend. Und ich würde zwar auch aus heutiger Sicht nicht behaupten, dass dies zu unrecht geschah, da ich den M. Night-Twister für den noch besseren Film halte - dennoch ist dieses Kevin Bacon-Vehikel jede Wiederentdeckung wert! Er spielt hier einen ganz normalen, unspektakulären Chicago-Arbeiter-Guy, der eines Abends auf einer Hausparty, gegen seine Skepsis, hypnotisiert wird, wodurch er nun äußerst empfänglich für übernatürliche Schwingungen zu sein scheint. Und besonders der Geist eines jungen Mädchens lässt nicht los und nicht locker, ihn auf ein dunkles Geheimnis zu stoßen...

Selten gab es einen Typen, der weniger mit diesem ganzen Geisterquatsch zu tun haben wollte, als Bacons Charakter. Und gerade das, macht ihn super verlässlich, realistisch und mögenswert. Und das, obwohl seine Figur manchmal fast in krankhaft-akribische Verhaltensweisen ala „Unheimliche Begegnung der 3. Art“ eintaucht. Außerdem ist „Echoes“ oft recht stylisch, trotz seiner Bodenhaftung, die Schocks bleiben unter der Haut und der zugrundeliegende Kriminalfall klingt auf dem Papier generisch und lahm, funktioniert jedoch im Kontext völlig. Außerdem gibt’s ein paar berühmte Köpfe in Nebenrollen zu bestaunen, der sensible Score ist eindringlich und passend, die Inszenierung wird nie langweilig oder sich wiederholend. Das Gesamtpaket ist spektakulär kompetent. Erdig, fühlbar, erstaunlich realistisch - trotz Geistern! 

Fazit: atmosphärischer, auf dem Boden gebliebener Gruselthriller mit Bacon als beeindruckendem Anker. Chicago, Stadt der Geister?! Ein gelungener Mysteryabend ist damit fast garantiert. Selbst wenn echte Klassiker natürlich auch anders aussehen. Für mich die Definition von „gut“. 

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