Review

Echoes ist ein qualitativ hochwertiger Grusler, der nur ein Problem hat: er kam in die Kinos, als "The Sixth Sense" noch ganz groß lief. Da viele Zuschauer befürchteten, sie könnten dasselbe Thema noch einmal vorgesetzt bekommen, blieben sie lieber fern und das hat der Film nicht verdient.
Die Story ist nämlich keineswegs ein Duplikat des großen Bruders: Auf einer Party läßt sich ein Familienvater von einer Bekannten hypnotisieren und wird fortan, als sei dadurch sein Geist beflügelt worden, von Visionen heimgesucht, die zumeist um ein totes Mädchen kreisen. Seine Frau reagiert verständnislos, sein kleiner Sohn ist da schon der bessere Ansprechpartner, unterhält der sich doch hin und wieder mit der leeren Luft. Als dann auch noch der Babysitter kurzfristig den Sohn entführt und eine zweite Hypnose den Prozeß nicht rückgängig machen kann, beginnt der Mann, sein Haus auseinanderzunehmen, mit überraschenden Ergebnissen...
Es ist nicht ohne Fehl und Tadel, was hier dem Zuschauer aufgetischt wird, vor allem in der zweiten Hälfte, als die Suche nach der Leiche künstlich in die Länge gezogen wirkt, obwohl der Zuschauer den Fund schon die ganze Zeit erwartet. Stärker ist da schon die erste Hälfte, mit der Hypnoseübung und den anschließenden Visionen, die immer sehr kurz, aber auch sehr verstörend sind.
Vor allem das visualisierte Versetzen in Hypnose, in der tricktechnisch die Anweisungen des Hypnotiseurs im Geiste Kevin Bacons immer nachgebessert werden, ist der unheimliche Glanzpunkt des Films.
Man muß jedoch einschränken, daß der Film sich nicht traut, zu expandieren.
Die Geschichte verharrt in einem überschaubaren Kreis von Personen (die Nachbarschaft) und findet dort auch letztendlich seine Auflösung. Auch die Einführung einer mysteriösen Gruppe von psychisch ebenfalls erweiterten Personen bleibt unterentwickelt und dient nur dazu, Bacons Frau leicht zu bekehren. So zieht sich der Schluß leider etwas zu sehr in die Länge und bringt keine wirkliche Überraschung. Schauspielerisch ist große Sorgfalt zu vermelden, auch wenn Bacon(wie fast immer) etwas zu unsympathisch wirkt, aber dafür wie ein realitätsnaher Charakter.
Fazit: Ein relativ unblutiger Grusler mit ein paar Schockeffekten und sehr konventionellem Hintergrund für einen schönen Videoabend, aber ungeeignet für den Aha-Effekt der Woche (7/10)

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