Review

Einst war Prospera Herzogin von Mailand. Da sie sich jedoch mehr und mehr mit ihren Zauber-Studien beschäftigte, vernachlässigte sie ihre Pflichten als Herrscherin. Dies nutzte ihr machthungriger Bruder Antonio aus, indem er mit Hilfe Alonsos, des Königs von Neapel, eine Armee aufstellte, gegen Mailand zog und Prospera stürzte. Nun herrscht die Magierin auf einer Insel, an der sie und ihre Tochter Miranda vor über 12 Jahren gestrandet sind. Ihr unterstehen der Luftgeist Ariel sowie Caliban, der deformierte Sohn der Hexe Sycorax.

Ums gleich vorweg zu schicken, the Tempest flog bei mir nach einer Dreiviertelstunde in hohem Bogen aus dem Player. Wer wie ich völlig unvorbereitet auf diesen Film trifft (war halt auf einer 3er Fantasy Kompilation drauf) wird sich als erstes Fragen "wieso schwätzen hier alle so furchtbar gestelzt?" und als zweites "Handlung, wo bist du?". Es ist schon ein mutiges Unterfangen über 20 Mios in etwas zu investieren, was ich jetzt einfach mal als einen Nischenfilm bezeichnen würde, den für die große Masse ist the Tempest nicht geeignet.
Man merkt dem Film absolut an das eine Shakespeare Vorliebe aus jeder Pore tropft und Freunde Autors sollten sich das Werk dringend zu Gemüte führen, den originalgetreuer in Bild und Wort kann man dessen Arbeit kaum wiedergeben, dafür schon mal großen Respekt. Irgendwann konnte ich allerdings die geschwollen Dialoge nicht mehr ertragen, denn hier parlieren alle so, wie Shakespeare auch seine Bücher schrieb. Leicht verdauliche Abendkost zum Feierabend sieht definitiv völlig anders aus.
Dazu wird nie so ganz klar, was die Macher aus diesem Inselabenteuer eigentlich machen wollten. Der Mix aus Fantasy Elementen und Liebesdrama mit Miranda und ihrem Posterboy wird irgendwie nie wirklich greifbar. Sollte sich das in der zweiten Hälfte geändert haben, bitte ich um Entschuldigung, kanns mir aber beim besten Willen nicht vorstellen.
Darstellerisch und optisch ist the Tempest dafür ganz weit vorn. Man merkt den Schauspielern förmlich eine große Bühnenerfahrung an und aus der kargen Insellandschaft holt man wirklich tolle Bilder heraus. Auch der Humor funktioniert oft recht gut. Technisch gesehen gibt es hier nichts zu bemängeln. Ob das ganze jetzt Kunst sein soll oder fotokopierter Nonsens eines großen Theaterstücks muß natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Ich hatte jedenfalls das dringende Bedürfnis mal wieder einen alten Schwarzenegger einzulegen.
3/10

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