Review

Western aus einer Zeit, in der Angeschossene nicht bluten und hysterische Frauen mit schallenden Ohrfeigen beruhigt werden, wurden im B-Bereich gefühlt immer mit Audie Murphy in der Hauptrolle besetzt. Sein jungenhaftes Gesicht und die vergleichsweise unauffällige Statur standen stets im Kontrast zu den Heldenrollen, die seinen Erfahrungen als Soldat im Zweiten Weltkrieg vielleicht nicht ganz unähnlich waren. Umso erfrischender, mal eine ganze Horde von Frauen im eigentlichen Fokus zu erleben.

Zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs desertiert der Südstaatenoffizier Frank Hewitt, um in seiner Heimat Texas nach den dort lebenden Frauen zu sehen. Da kurz zuvor Indianer grundlos von einer Militäreinheit bekämpft wurden, wird ein Rachefeldzug erwartet. Grund genug, die Damen um Anne (Kathryn Grant) und Hannah (Hope Emerson) in einer verwaisten Missionsstation den Umgang mit Waffen beizubringen…

Die Geschichte beruht auf dem Massaker von 1864 am Sand Creek, bei dem über hundert Indianer, zumeist Frauen und Kinder getötet wurden, woraufhin es einige Racheaktionen gab.
Ab hier ist die Geschichte relativ frei erfunden, obgleich es in Texas während des Bürgerkrieges tatsächlich Regionen gab, in denen zeitweise fast ausschließlich Frauen lebten.
Hier stößt der Südstaatensoldat Frank zunächst auf Ablehnung, erst als er eine getötete Nachbarin anschleppt, kann er die Frauen für seine Pläne gewinnen.

Murphy, der über sich selbst sagte, er sei kein sonderlich talentierter Mime, macht seine Sache recht ordentlich und heimst rasch Sympathiepunkte ein, zumal er das Unrecht der militärischen Aktion sogleich anprangert und sich für das Wohl der „Hilflosen“ einsetzt.
Dennoch wird phasenweise für Heiterkeit gesorgt, denn eine 1,89 Meter große und relativ wuchtige Emeron bestimmt zuweilen den Ton, wogegen der nur 1,73 Meter große Murphy wie ein Hänfling aussieht.

Die Trainingseinheiten geraten ebenfalls ein wenig unfreiwillig komisch, besonders Übungen im Nahkampf ergeben wenig Sinn, Schießübungen schon eher. Hinzu gesellen sich gleich zwei Love Interests und die kurze Intervention von einem Ganoventrio, bis es final zur Konfrontation mit den Indianern kommt, bei der aufgrund taktischer Vorgehensweisen ein paar spannende Momente entstehen.

Die solide aufspielenden Mimen, der treffsichere Score und die ausgezeichnete Kamera lassen den Streifen recht ordentlich aussehen, zudem kommen die Farben der treffend gewählten Landschaften im kräftigen Technicolor gut zur Geltung. Handwerklich ist da wenig auszusetzen, lediglich die Actionszenen gegen Ende geraten ein wenig eindimensional, obgleich vereinzelt etwas Kunstblut eingesetzt wird.

Mit etwas mehr Charme und Augenzwinkern wäre zwar deutlich mehr drin gewesen, doch anderweitig wird es innerhalb der angenehm kurzen 78 Minuten zu keiner Zeit langweilig.
Ein für die damalige Zeit fast schon progressives Thema wird inhaltlich zwar nicht voll ausgeschöpft und ein paar geschlechtsspezifische Klischees blieben offenbar unumgänglich, doch Genrefans erhalten kurzweilige und solide Kost.
Knapp
7 von 10

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