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Ewedown ist ein kleines verschlafenes Nest irgendwo in England. Genau der richtige Ort für die Schriftsteller-Pension des Ehepaares Nicholas (Roger Allam) und Beth (Tamsin Greig) Hardiment. Inmitten all der schrägen dort logierenden Gesellen ist Nicholas als erfolgreicher Krimiautor der Star und lässt dies auch bei jeder Gelegenheit durchblicken. Beth hingegen unterstützt ihn bei jeder Gelegenheit, leitet sozusagen das Geschäft und wird quasi zum Dank von Nicholas nach Strich und Faden betrogen.

Als plötzlich die hübsche Tamara Drewe (Gemma Arterton) auftaucht, verdreht sie den Männern in Ewedown reihenweise den Kopf und sorgt damit für jede Menge an Turbulenzen.

„Immer Drama um Tamara“ ist der bis dato letzte Streifen von Regisseur Stephen Frears, der u.a. „Gefährliche Liebschaften“ und „Die Queen“ drehte. Ruft man sich diese beiden Filme ins Gedächtnis und kombiniert dazu die kurze Inhaltsangabe des aktuellen Films, dann dürfte klar sein, dass Frears hier etwas außerhalb seines gewohnten Terrains unterwegs ist, denn „Tamara Drewe (so der Originaltitel)“ ist eine waschechte romantische Komödie, wenn auch mit deutlich europäischem Einschlag geworden. 

Im Bereich romantischer Komödien gibt es für den Zuschauer eigentlich kaum Überraschungen zu erwarten. „Immer Drama um Tamara“ macht da keine Ausnahme – Romantische Verwirrungen, die am Ende zur wahren Liebe führen, garniert mit komischen Einlagen und ebensolchen Neben-Charakteren.

Genau dies bekommt man auch hier serviert. Tamaras Affären, die letztlich nur dazu führen, dass sie am Ende in den Armen ihrer Jugendliebe landet, menschliche „Störfeuer“ wie der Teenie Jody, schräge Typen wie Rock-Drummer Ben, der US-Autor Glen usw.

Auch ein Regisseur wie Frears kann sich den üblichen Mechanismen dieses Film-Genres offenbar nicht entziehen, was sich deutlich in einer entsprechenden Vorhersehbarkeit der Handlung wiederspiegelt.

Man könnte jetzt anmerken, dass ein Film, der ab der ca. 15. Spielminute ziemlich vorhersehbar abläuft wenig interessant ist, was auch stimmen mag. Hier jedoch kommen dann doch noch gewisse Qualitäten ins Spiel, die für zumindest unterhaltsame ca. 105 Minuten sorgen.

An dieser Stelle wären die guten und teilweise wirklich komischen Dialoge zu nennen, die komplett souverän und überzeugend aufspielenden Darsteller, einige leicht schwarzhumorige Drehbuchdetails wie das Ende von Nicholas und die herrlich stimmig von der Kamera eingefangenen Jahreszeiten zu nennen.

Stellt man die Vorhersehbarkeit der Handlung diesen „Plus-Punkten“ gegenüber kommt dabei bei weitem kein filmisches „A-Ha-Erlebnis“ zustande, für knapp zwei Stunden unbeschwerte Unterhaltung reicht es aber gerade noch.

Fazit: „Immer Ärger mit Tamara“ ist eine unterhaltsame romantische Komödie ohne besondere Überraschungen. Locker-flockig inszeniert, ganz nett anzuschauen aber letztlich inhaltsleer wie ein Schoko-Hase!

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